Musterdepots
Kaufen und liegenlassen bringt jetzt nichts

Dem Dax stehen ein paar schwankungsvolle Monate bevor. Mit der Strategie „Kaufen und liegenlassen“ lassen sich dabei kaum Gewinne einfahren. Unser Kommentator hat deshalb sein Depot entsprechend umgebaut.
  • 0

„Die Zeit der Schönwetter-Depots ist vorbei“. Das habe ich Anfang Februar an dieser Stelle geschrieben. Zukünftig sei eine volatile Seitwärtsbewegung am wahrscheinlichsten. Beim Dax etwa ging ich von einer Schwankungsspanne von rund 600 Punkten um seinen Stand vom Jahreswechsel aus, der bei 9552 Punkten lag.

Durch „Kaufen und liegenlassen“ könne man in den kommenden Monaten keine dauerhaften Gewinne mehr erwirtschaften - stattdessen sei fortan aktives Depotmanagement nötig: sehr gezielte Titelauswahl, der Einsatz von Derivaten zur Absicherung des Portfolios und konsequentes Umschichten.

Dieser Grundüberzeugung folgend habe ich vor etwa vier Wochen auf dem Niveau des Dax-Alltzeithochs bei über 10000 Punkten die offensivsten Positionen im Handelsblatt-Musterdepot abgebaut - und auf ein Zurückpendeln des Leitindexes gesetzt.

Nachdem der Leitindex am vergangenen Freitag - überraschend schnell - am unteren Ende der erwarteten Handelsspanne bei rund 8900 Zählern angekommen war, habe ich meine Sprintzertifikate wieder kräftig aufgestockt. Diese speziellen Hebelpapiere verdoppeln innerhalb einer festgelegten Handelsspanne die Kursbewegungen des Aktienindexes, auf den sie sich beziehen.

Ich hab nicht nur den Bestand an den kürzlich erworbenen Dax-Sprintern um etwa ein Drittel erhöht (WKN: VZ19G1),  sondern zusätzlich eine Variante auf den Euro Stoxx 50 ergänzt (WKN: DX44RW). In Nähe der entscheidenden Marke für diese Anlageprodukte notiert der europäische Leitindex  wieder nach den massiven Verlusten der vergangenen Tage: Oberhalb von 3000 Punkten schalten diese Sprinter den Turbo ein. Indexgewinne darüber werden in meinem Depot um den Faktor zwei gehebelt. So, als ob ich auf einen Schlag plötzlich doppelt so viele Anteile am deutschen Leitindex besäße.

Der Clou: Fällt das Aktienbarometer unter die Sprint-Schwelle zurück, dann verschwinden meine „imaginären“ Extra-Anteile automatisch wieder aus dem Portfolio — an Verlusten werde ich also nicht überproportional beteiligt. Der Preis für das Hoch- und Runterfahren meines Aktien-Engagements bis zum Laufzeitende der Papiere Ende Dezember dieses Jahres: Von steigenden Kursen profitiere ich maximal bis zur 3500 Zähler-Marke, die Erträge sind gedeckelt.

Bei den aufgestockten Dax-Zertifikaten liegt der entsprechende Sprint-Bereich zwischen 9218 und 9814 Zählern. Viel weiter sollte es das Börsenbarometer im Zuge einer technischen Erholungsbewegung in den kommenden Wochen nicht schaffen. Für den Fall, dass es doch noch weiter abwärts geht an den Börsen, halte ich immer noch rund ein Drittel des Depotkapitals in Form von Bargeld – oder von Derivaten, denen fallenden Kurse nichts anhaben können.

Kommentare zu " Musterdepots: Kaufen und liegenlassen bringt jetzt nichts"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%