Musterdepots
Lieber auf Nummer sicher gehen

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Ulf Sommer schaut auf die steigenden US-Zinsen. Auf lange Sicht schaden sie den Börsen.
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Ulf Sommer, Handelsblatt

Schaden höhere Zinsen den Aktienkursen? Bislang nicht, wie die Entwicklung an der Wall Street zeigt. Dort notieren Dow, Nasdaq & Co nahe ihren Allzeithochs. Doch die Notenbank hob die Zinsen bereits mehrfach an, zuletzt im März um 0,25 Punkte auf 0,75 bis ein Prozent. Dies sollte nun allerdings nicht zu Nachlässigkeit verführen, warnt der erfahrene Anlagestratege Franz Wenzel von Axa Investment Managers. Denn langfristig schadeten höhere Zinsen den Börsen immer. Langfristige Investoren seien daher gut beraten, in Übertreibungsphasen das Risiko zu reduzieren.

Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Neben dem auf Wertsteigerung fokussierten Investmentprozess haben wir beim Musterdepot ein Wertsicherungsmodell im Hintergrund installiert. Es wurde bewusst sehr „träge“ entwickelt. Das ist wichtig, um nicht ständig in den Markt ein- und wieder auszusteigen. Hin und Her macht bekanntlich die Taschen leer.

Von daher haben wir uns für eine Systematik entschieden, die an positiven Kapitalmärkten teilhaben soll, die Anleger in unruhigen Börsenphasen auf die Probe stellen kann, allerdings in turbulenten Phasen vor den ganz großen Einbrüchen bewahrt.

Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Der seit Jahren ungelöste Konflikt in Syrien fordert weitere Opfer und trägt vermehrt zur Unsicherheit in der Welt bei. Möglicherweise sehen wir im zweiten Quartal 2017 deutlich schwächere Kurse an den Aktienbörsen. Unser Musterdepot ist darauf vorbereitet – zum einen durch die Liquidität in Höhe von 16 Prozent.

Zum anderen entwickelt sich unser Zertifikat Xetra-Gold positiv. Diesen Wert hatten wir wegen seiner gegenläufigen Korrelation zu Aktienkursen erworben, um mögliche Kursverluste abzufedern. Die von uns gesetzten Stop-Loss-Marken helfen zudem, Kursgewinne abzusichern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: Lieber auf Nummer sicher gehen"

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  • Vielleicht lesen Sie einmal die heutige Ausgabe Ihres Blatts. Nach der Sentiment-Umfrage von Stephan Heibel hat die Stimmung der Anleger binnen einer Woche ohne erkennbaren Grund zu abgrundtiefem Pessimismus gewechselt. Und Dirk Müller überschreibt seinen Artikel mit "Der nächste Abwärtszyklus steht vor der Tür". Dessen Quatsch mit den steigenden Zinsen übernehmen Sie Gott sei Dank nicht.

    Dessen ungeachtet weise ich darauf hin, dass wir in Europa leben. Dass hierzulande die Leitzinsen noch mindestens zwei Jahre bei Null verharren werden und die EZB mit ihren Anleihekäufen fortfährt. Ganz abgesehen davon gibt es keinen Automatismus: Steigende Zinsen schaden nur dann und erst dann den Börsenkursen, wenn sie die Konjunktur abwürgen.

    Verehrter Herr Dr. Sommer: In Übertreibungsphasen das Risiko zu reduzieren, ist eine gute Idee. Nur, was bitte schön, ist eine Übertreibungsphase? Auf welche DAX-Punktzahl warten Sie denn? Ich glaube, dass Gewinnmitnahmen schrittweise erfolgen sollten. So habe ich beispielsweise bei
    11 600 Punkten eine sehr kleine Position verkauft. Bei 12 000 Punkten eine etwas größere Position. Und bei 12 500 Punkten soll es deutlich mehr sein.

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