Musterdepots
Liegt Bill Gross daneben?

Das war eine deutliche Ansage: Starinvestor Bill Gross gab bekannt, dass er Wetten gegen deutsche Staatsanleihen abschließt. Ein Musterdepot-Experte warnt davor – denn lohnenswert waren solche Deals fast nie.
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Bill Gross wettet gegen deutsche Staatsanleihen. Das gab der Starinvestor Anfang der Woche bekannt. Der Bondexperte sieht in zehnjährigen Bundespapieren eine „einmalige Leerverkaufsgelegenheit“. Gross erwartet also anziehende Renditen und im Gegenzug fallende Notierungen.

Mit solchen Leerverkäufen können Finanzprofis von nachgebenden Anleihekursen profitieren: Sie verkaufen geliehene Wertpapiere und setzen darauf, dass sie die Anleihen kurz vor der Rückgabe an den Verleiher günstiger am Markt zurückkaufen können. Die Differenz aus dem eigenen Verkaufspreis und dem späteren Rückkaufpreis kann dann zu einem Spekulationsgewinn des „Leerverkäufers“ führen.

Doch auch private Investoren können mit geeigneten Instrumenten eine mögliche Trendwende bei deutschen Bonds in Depotrendite ummünzen. Am einfachsten geht das etwa mit speziellen börsengehandelten Anlageprodukten (Exchange Traded Products , ETP) auf einen sinkenden Bund-Future. Denn der Wert des Bund-Futures entwickelt sich tendenziell in dieselbe Richtung  wie die Notierungen zehnjähriger Bundespapiere.

 

Ein spezielles ETP der Commerzbank bildet zum Beispiel spiegelverkehrt und zudem fünffach gehebelt die tägliche Entwicklung des Bund-Futures ab (WKN: ETN0AD). Wegen der anhaltenden Rekordjagd am deutschen Anleihemarkt haben Anleger damit aber allein seit Anfang Januar ein Minus von fast 20 Prozent verbucht. Ich lasse auch weiterhin die Finger von solchen Investments. Zu oft schon in den vergangenen Jahren haben Experten das vermeintliche Ende des Anleihebooms prophezeit – und lagen damit bisher stets daneben.

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