Musterdepots: Mit dem Goldpreis dürfte es weiter aufwärts gehen

Musterdepots
Mit dem Goldpreis dürfte es weiter aufwärts gehen

Der Goldpreis hat in diesem Jahr schon seinen Vorjahresverlust wieder gut gemacht. Analysten erwarten, dass der Preis weiter steigen wird. Trotzdem ist für Gold kein Platz im Handelsblatt-Musterdepot.

Nachdem der Goldpreis in diesem Jahr bereits den gesamten Vorjahresverlust wieder aufgeholt hat, dürfte es mit der Notierung weiter aufwärts gehen. Darauf deutet eine aktuelle Auswertung des Analysehauses Sentix: Ein spezieller Index, der die Grundüberzeugung der Investoren für das Edelmetall misst, sei nun auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen.

Was dies nach Ansicht der Fachleute von Sentix bedeutet, die anhand der Stimmung der Anleger Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ziehen:  Wenn dieser so genannte „Strategische Bias“ in der Vergangenheit einen wie seit Jahresbeginn vergleichbaren Anstieg verzeichnete, dann habe der Goldpreis in den folgenden 16 Wochen im Schnitt weitere fünf Prozent an Wert hinzugewonnen.

Bezogen auf die aktuelle Notierung von rund 1.220 US-Dollar entspricht das also Gewinnpotenzial bis auf etwa 1.280 US-Dollar. Seit dem Jahreswechsel hat der Goldpreis bereits um mehr als 13 Prozent zugelegt. Es ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach börsennotierten Edelmetall-Fonds (ETFs), die den Goldpreis derzeit treiben. Allein die Edelmetall-Bestände des weltgrößten Gold-Fonds, SPDR Gold, legten Anfang dieser Woche um über 19 auf rund 752 Tonnen zu. Das war der größte Tagesanstieg seit August 2011. Und seit Anfang Januar floss bereits mehr Geld in dieses Investmentvehikel als im gesamten Vorjahr.

Nach Ansicht der Experten von Sentix erscheinen weitere Preiszuwächse beim Gold zwar ambitioniert, seien aber dennoch realistisch: Anders als noch in den Jahren 2014/15 sei der Anstieg dieses Mal nicht durch eine bereits erhöhte Anlegerpositionierung gekennzeichnet. Ihre positive Grundeinstellung könnten Anleger daher nutzen, um weitere Positionen aufzubauen.

Unterstützung erhalten Gold-Optimisten momentan auch aus dem Lager der Charttechniker: Der Durchschnittspreis von Gold der vorangegangenen 50 Tage ist zuletzt höher als der über hundert Tage gewesen. Das interpretieren technische Analysten als Signal für weiter anziehende Notierungen. Seit der Jahrtausendwende ist solch ein „Goldenes Kreuz“ laut dem Informationsdienstleister Bloomberg nur zehn Mal vorgekommen, wenn beide Durchschnittskurven aufwärts tendierten. Die Notierungen seien damals in den folgenden 90 Tagen um durchschnittlich knapp drei Prozent gestiegen.

 Für das Handelsblatt-Musterdepot kommt Gold derzeit dennoch nicht infrage: Ich gehe davon aus, dass bei einer fortgesetzten Erholung der Aktienmärkte das Interesse an Edelmetall rasch wieder abebben wird. Zudem dürfte ein bedeutender Teil des Preisanstiegs auf die jüngste Dollar-Abwertung zurückzuführen sein –die stößt allerdings  inzwischen an ihre Grenzen.

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Alexander Kovalenko

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Daniel Hupfer

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