Musterdepots
Mit Schwellenländern zur Rendite

Um im Umfeld der Niedrigzinsen Rendite zu erzielen, verfolgen unsere Experten ganz unterschiedliche Strategien. Vielversprechend scheinen Anleihen von Schwellenländern – und Sprintzertifikate mit Turboschalter.
  • 1

Für unser Depot haben wir Anfang Juli einen börsengehandelten Fonds erworben, der in Anleihen von Schwellenländern investiert. Seit Kauf beträgt der Kurszuwachs knapp sechs Prozent. Hintergrund für diese positive Wertentwicklung ist einerseits die aktuelle Stärke des US-Dollars, da die im Fonds gehaltenen Anleihen in US-Dollar denominiert sind.

Andererseits halten die Kapitalzuflüsse aus den Industrieländern in die Schwellenländer weiter an, nachdem es im Jahr 2013 mit der Ankündigung einer restriktiveren Geldpolitik seitens der US-Notenbank zu deutlichen Kapitalabflüssen gekommen war. Die fünf größten Länderpositionen im Fonds sind derzeit die Türkei, Mexiko, die Philippinen, Indonesien und Brasilien.

Kumuliert beträgt die Gewichtung dieser fünf Länder aktuell nur 27,5 Prozent, so dass der Fonds insgesamt sehr stark diversifiziert ist. Die aktuelle Rendite der gehaltenen Anleihen liegt bei 5,15 Prozent, bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 11,6 Jahren. Wir halten diese lange Laufzeit trotz des Niedrigzinsumfelds für gerechtfertigt, da die hohe globale Staatsverschuldung und niedrige Inflationsraten gegen deutlich steigende Zinsen sprechen.

Die größte Einzelposition des Fonds stellt eine Staatsanleihe aus Russland dar. Der Anteil russischer Anleihen insgesamt liegt bei etwa 5,3 Prozent. Im Zuge der Ukraine-Krise sowie der EU-Sanktionspolitik gegen Russland haben diese Anleihen deutlich gelitten und mussten Kurseinbußen von über zehn Prozent hinnehmen. Da eine Entspannung in dieser Krise noch nicht absehbar ist, halten wir Engagements in Russland sowohl in Form von Anleihen als auch von Aktien derzeit für verfrüht. Im Schwellenländerfonds tolerieren wir diese Investments aufgrund der relativ geringen Gewichtung.

Kommentare zu " Musterdepots: Mit Schwellenländern zur Rendite"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der eine "Profi" ist im Minus, der andere nur Dank ETFs im Plus. Der "Amateur" hat ausschließlich Derivateschrott der Anzeigenkunden und liegt vorne.

    Wird diese Rubrik auch im Crashfall weitergeführt? Wäre für mich spannender.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%