Musterdepots
Nachzügler im Blick

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Ulf Sommer erklärt, bei welchen Aktien Anleger Schwächen offenbar bewusst in Kauf nehmen.
  • 0

Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

Volkswagen, Pro Sieben Sat 1, BMW und Daimler zählten am Dienstag zu den erfolgreichsten Dax-Titeln. Alles eher Kurs-Nachzügler und Unternehmen, die gemessen am Konzerngewinn niedrig bewertet sind – eben weil die Aktien risikoreicher erscheinen als andere. Bei den Autofirmen ist es die Sorge vor einer besseren Konkurrenz bei abgasarmen Antriebssystemen, bei Pro Sieben sind es die unbefriedigenden Werbeeinnahmen. Wenn Anleger diese Aktien kaufen, nehmen sie Schwächen bewusst in Kauf – agieren risikofreudiger. Ein typisches Phänomen in einer weit fortgeschrittenen Hausse.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Die Aktien der großen Rohstoffwerte haben seit Ende 2015 eine beeindruckende Rally hingelegt. Wir sind in diesem Bereich in die Minenbetreiber Anglo American und BHP Billiton sowie in die Öl- und Gaskonzerne Eni und OMV investiert. Die Wertentwicklung dieser Titel war in den letzten Jahren sehr volatil. Bei unserem Investmentprozess steht jedoch nicht die Volatilität, sondern die Bewertung im Vordergrund. Wir haben alle genannten Positionen konsequent gehalten und konnten vor allem mit BHP Billiton und OMV, aber auch mit Anglo American signifikante Wertsteigerungen verzeichnen.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Seit September 2016 sind wir in Wandelanleihen mit dem nachhaltigen Salm-Salm Sustainability Convertible Fonds investiert – mit einem Plus von bislang acht Prozent. Wandelanleihen verbinden die Sicherheit von Anleihen mit der Chance auf Kursgewinne am Aktienmarkt. Die Verunsicherung an Aktien- und Rentenmärkten können Investoren nutzen, die noch nicht investiert sind, um Positionen in diesem Anlagesegment aufzubauen. Die Volatilität der Kurse von Wandelanleihen ähnelt eher der von Anleihen, wobei die Renditen regelmäßig affin zu Aktienkursen sind.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: Nachzügler im Blick"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%