Musterdepots
Privathaushalte sollen für Wachstum sorgen

Die deutsche Wirtschaft hat 2015 den wirtschaftlichen Krisen aus Griechenland oder China getrotzt. Das lässt Daniel Hupfer von der Privatbank M. M. Warburg hoffen. 2016 werde der private Konsum für Wachstum sorgen.
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Trotz eines zwischenzeitlich beachtlichen konjunkturellen Gegenwindes in Form vielfältiger Unsicherheiten – erneute Euro- beziehungsweise Griechenlandkrise, Schwäche der Schwellenländer, insbesondere Chinas, Volkswagen-Skandal – hat sich die deutsche Wirtschaft 2015 sehr ordentlich und sogar etwas besser als von uns vor 12 Monaten erwartet (1,5 Prozent) entwickelt.

Dies dürfte 2016 nicht anders sein. Während die Aufschwünge der letzten Jahre zumeist hauptsächlich oder sogar allein von den Unternehmen getragen wurden, haben jetzt die Privathaushalte das Zepter übernommen.

Der Konsum wächst dieses Jahr dank eines boomenden Arbeitsmarktes, ordentlicher Lohnsteigerungen und einer nicht vorhandenen Inflation mit zwei Prozent und damit so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr. An diesen günstigen Rahmenbedingungen wird sich sobald nichts ändern.

Deshalb gehen wir davon aus, dass auch 2016 der stärkste Wachstumsbeitrag vom privaten Verbrauch kommen wird. Denn bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sich der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt in der nächsten Zeit nicht weiter fortsetzen wird – trotz des großen Zustroms an Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen.

Die Flüchtlinge werden aber erst nach und nach dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sodass diese Effekte erst ab der zweiten Jahreshälfte 2016, wahrscheinlich sogar erst 2017 zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen führen können.

In der Zwischenzeit wirken sich aber anhaltende Reallohnzuwächse, kräftige Rentensteigerungen und höhere Transferzahlungen des Staates an die privaten Haushalte positiv auf den Konsum und damit das gesamtwirtschaftliche Wachstum aus. Nicht zu vergessen ist der höhere Staatsverbrauch, der sich ebenfalls zunächst positiv auf das Wachstum auswirkt.

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