Musterdepots

Quo vadis Öl-Papiere?

Der Ölpreisverfall ist für einige Unternehmen existenzbedrohend. Sollten die Anleger ihre Anteile an den Rohstofffirmen deshalb verkaufen? Ein Musterdepot-Experte hat eine klare Antwort darauf.
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Alexander Kovalenko

Alexander Kovalenko

Die letzten Monate waren für die meisten Öl- und Gas-Unternehmen alles andere als einfach. Der Marktpreis für Rohöl ist seit Juni um rund 40 Prozent gefallen, dementsprechend haben auch die Marktkapitalisierungen der Firmen stark gelitten. So haben beispielweise unsere Aktienkernportfolio-Mitglieder Eni und OMV seit Juni circa 30 beziehungsweise 35 Prozent verloren.

Die beiden Positionen sind allerdings moderat gewichtet und machen aktuell zusammen rund 5,3 Prozent des Gesamtportfolios aus. Ein weiterer Vertreter der Öl- und Gas-Branche Neste Oil konnte im gleichen Zeitraum deutlich zulegen, dieses Unternehmen hat aber einen anderen Geschäftsfokus, nämlich die Ölverarbeitung, alternative Energiequellen sowie die Vermarktung unterschiedlicher Ölprodukte. Stellt der dramatische Verfall des Ölpreises einen guten Grund dar, sich von Ölaktien zu trennen?

In Bezug auf unsere Investments beziehungsweise auf andere hochqualitative Öl-Blue Chips ist die Antwort unseres Erachtens ein klares Nein. Zum einen sind die Unternehmen aus der Energiebranche derzeit extrem günstig bewertet. Laut unserer letzten Analyse gehören im Rahmen des STOXX 600 Universums zwölf Aktien aus dem Öl- und Gas-Sektor zu den 50 am meisten unterbewerteten Unternehmen und zwei zu den ersten fünf.

Natürlich hängt dies mit den starken Kursrückgängen der vergangenen Wochen zusammen. Viele Firmen sind aber trotzdem deutlich mehr Wert als die aktuellen Börsennotierungen es widerspiegeln – trotz dem billigen Öl! Die großen Konzerne wie zum Beispiel Eni, Total, Royal Dutch Shell oder OMV werden auch mit aktuellen Preisniveaus klarkommen und profitabel bleiben.

Dies wurde etwa vom Eni Chef Claudio Descalzi am Mittwoch bestätigt. Sein Unternehmen verfüge über genügend Flexibilität, auf die Herausforderungen zu reagieren. Man sei nicht besonders aufgeregt oder gar panisch in Bezug auf den aktuellen Preiseinbruch, so der Eni Chef. Gleichzeitig können die Öl-Titel aktuell zu den sehr günstigen Preisen erworben werden. Es gehört zum Value-Ansatz, in unbeliebte Aktien bzw. Branchen zu investieren. Für die Papiere der Energieunternehmen sprechen darüber hinaus die überdurchschnittlichen Dividendenrenditen.         

Öl-Zertifikate: Von der Preisspirale profitieren
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