Musterdepots
Die Kleinen ganz groß

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Risiken werden unterschätzt

Noch Anfang dieses Jahres billigten die meisten Experten europäischen Anlagemärkten besonders hohes Renditepotenzial zu. Doch mit den näher rückenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich, bei denen Umfragen zufolge Rechtpopulisten erfolgreich sein dürfen, ändert sich das Stimmungsbild.

So sind inzwischen etwa die Mischfonds des Vermögensverwalters Deutsche Asset Management (DAM) in Bezug auf Europa so vorsichtig positioniert wie nie zuvor. Das hat der Informationsdienstleister Bloomberg von einem Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter erfahren.

Ich teile diese Skepsis und halte an der defensiven Depotausrichtung fest. Auf ihrem aktuellen Kursniveau sind die Abwärtsrisiken ungleich höher als die Ertragschancen. Nicht nur am Anleihemarkt, wo die Renditen in den vergangene Wochen aus Furcht vor möglicherweise anstehenden politischen Beben zumindest etwas gestiegen sind, sondern vor allem am Aktienmarkt: Dort ignorieren die meisten Investoren aufziehende Gefahren im europäischen Superwahljahr.

Darauf deutet ein spezielles Barometer hin: Der VStoxx-Index misst die von Investoren erwartete Schwankungsstärke am europäischen Aktienmarkt und ist zur Wochenmitte auf den tiefsten Stand seit Mitte 2014 gesunken. Dass bei Umfragen zu den Parlamentswahlen in den Niederlanden im März die rechtspopulistische Freiheitspartei vorn liegt, blenden die Märkte aus.

Und auch die französische Präsidentenwahl beunruhigt kaum. Dabei steigen die Chancen auf einen Erfolg der rechtsextremen Front National mit ihrer Chefin Marine Le Pen. Die will Frankreich aus der EU und dem Euro herauslösen.

Kommentare zu " Musterdepots: Die Kleinen ganz groß"

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  • Sehr geehrte Herren,

    vielleicht sollten wir einmal über das Thema "Investmentphilosophie" diskutieren. Ich beginne mit einem Blick in den Rückspiegel. DAX und MDAX wurden am 1.7.1988 gegründet. Seither sind fast 29 Jahre verflossen. Wer Mitte 1988 100 000 EUR in den DAX investiert hat, besitzt heute 1,2 Millionen EUR. Bei einer Investition in den MDAX sind es 2,3 Millionen EUR.

    Aber Anfangs- und Endpunkt zu betrachten, reicht natürlich nicht aus. Im Langfristchart sind die als sehr heftig erlebten Schwankungen nur kleine Zacken nach oben oder unten. Wenn man von diesen kleinen Zacken abstrahiert, sieht man die Generalrichtung: Es geht eindeutig nach steil nach oben.

    Wenn dem so ist und weil dem so ist, gibt es eigentlich nur eine einzige Regel: Man muß seine Füße stillhalten und trotz der immer wiederkehrenden Hoffnungen und Befürchtungen nie in das Depot eingreifen. Immer investiert bleiben, auch wenn die Befürchtungen noch so groß sein mögen.

    Zum Schluß ein Axiom, das ich hier aus Platzgründen nicht näher erläutern kann: Ich glaube, dass ein aktives Management die Renditen schmälert.Als Beleg darf gelten, dass 90 % aller Fondsmanager ihre benchmark nicht erreichen. Auf lange Sicht gesehen, wahrscheinlich überhaupt niemand. Den Index zu schlagen ist vergleichbar mit der Kunst, sich zu kratzen bevor man weiß wo es juckt.

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