Musterdepots
Indexfonds vor der Bewährungsprobe

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Sparer im Schraubstock von Inflation und Niedrigzins

Am Donnerstag wurde das Protokoll der letzten EZB-Zinssitzung im Januar veröffentlicht. Die Ratsmitglieder stimmten mit einer überwiegender Mehrheit für die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik. In der offiziellen Sprache hieß es: „Es herrschte weitgehende Übereinstimmung, dass gefordert sei, ein sehr erhebliches Ausmaß der geldpolitischen Unterstützung beizubehalten, um für den Aufbau von Inflationsdruck zu sorgen.“

Der jüngste Inflationssprung, welcher vor allem in Deutschland zu beobachten war und in der ersten Linie auf den Preisanstieg bei den Energieträgern zurückzuführen ist, wurde von den meisten Ratsmitgliedern als nicht nachhaltig genug eingeschätzt. Dabei wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Lohnentwicklung im Euroraum nach wie vor sehr verhalten bleibt, es sei also keine klassische Lohn-Preis-Spirale zu beobachten.

Aus Deutschland, wo die Inflationsrate fast zwei Prozent erreicht hat, gab es dagegen in Bezug auf die ultralockere Geldpolitik ziemlich scharfe Kritik, welche vom EZB-Chef Mario Draghi zurückgewiesen wurde. Eine anziehende Inflation beim gleichzeitigen Nullzinsumfeld stellt zwar eine gute Möglichkeit dar, die Schuldenberge der Euro-Peripherie zumindest zum Teil „wegzuinflationieren“. Für die klassischen Sparer ist dies allerdings ein ganz negatives Szenario, welches direkten Kaufkraftverlust bedeutet.

Unseres Erachtens wäre ein signifikanter Aktienanteil beim Gesamtvermögen ein langfristig effektives Mittel, um dieser Gefahr entgegenzusteuern. 

Kommentare zu " Musterdepots: Indexfonds vor der Bewährungsprobe"

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  • Eigentlich sollte man nicht über primitive Selbstverständlichkeiten diskutieren müssen. Ein ETF bildet einen Aktienindex im Verhältnis 1 : 1 ab und hat damit schon per Definition die gleiche Performance wie der Index. Dass im vergangenen Jahr nur jeder zweite "nachhaltige" ETF an Wert gewonnen hat, ist eine Statistik-Ente. Vermutlich erfunden von einem Banker, der lieber seine teuren Fonds verkaufen möchte.

    Über Jahrzehnte hinweg ist hingegen durch zahlreiche Untersuchungen belegt, dass rund 90 % der aktiv gemanagten Fonds die performance ihrer benchmark nicht erreichen. Über längere Zeiträume hinweg, schafft dies wahrscheinlich kein einziger Fondsmanager.

    Doch reden wir einmal über die Phasen einer Baisse. Ein gutes Beispiel ist die sehr lange Phase von Anfang 2000 bis März 2003 (3 1/4 Jahre), in der DAX fast drei Viertel seines Wertes verlor. Jeder Chart ließ auf einen Blick erkennen, dass es mit den Aktienkursen steil bergab ging.

    Dessen ungeachtet haben die aktiv gemanagten Fonds keine Aktien verkauft, sondern ihre Investitionsquote beibehalten. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die Fondsmanager orientieren sich sehr eng an ihrer benchmark und trauen sich nicht, von dieser abzuweichen. Und die nachzubildende benchmark DAX besteht eben zu 100 % aus Aktien.

    Köstlich, wie die Herren Fondsmanager ihre Verhaltensweise nach außen hin rechtfertigen. Sie behaupten, ihre Kunden bezahlen uns nur dafür, dass wir einen Aktienfonds managen. Für Kassenhaltung werden wir nicht bezahlt. Und wenn einzelne Kunden mehr Kassenhaltung wollen, können sie Anteile unseres Fonds verkaufen.

    Noch einmal und noch einmal, verehrter Herr Kokologiannis: Wenn es an der Börse bergab geht, legen die Manager aktiv verwalteter Fonds ihre Hände in den Schoß. Ein Anleger, der sich vor größeren Verlusten schützen will, muß in eigener Regie und eigenhändig Fondsanteile verkaufen. Genau wie bei einem ETF.

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