Musterdepots
Spekulationen um EZB-Geldpolitik

Daniel Hupfer, Verwalter des Privatbank-Depots, macht sich Gedanken über die EZB-Geldpolitik. Er befürchtet nicht, dass diese weitere Maßnahmen beschließt. Dennoch – die Auswirkungen auf die Aktienmärkte wären positiv.
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Nachdem im Laufe dieser Woche der Euro-Dollar-Kurs nahe an die Marke von 1,40 kam und leicht schlechtere Konjunkturdaten für die Volkswirtschaften der Eurozone veröffentlicht wurden, liegt die Vermutung nahe, die EZB könnte im Rahmen ihrer Sitzung an diesem Donnerstag außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen ankündigen. Auch die OECD riet der EZB zuletzt vor dem Hintergrund der weiterhin sehr niedrigen Inflation zu einer Null-Zins-Politik.

So schlägt die OECD vor, den Leitzins von aktuell 0,25 Prozent auf null Prozent zu verringern sowie Einlagen bei der EZB mit Strafzinsen zu belegen, um mehr Liquidität in den Markt fließen zu lassen. Bis mindestens Ende 2015 sollten beide Zinssätze niedrig gehalten werden. Viele Ökonomen und auch der IWF versuchen schon seit einiger Zeit die EZB dazu zu drängen, weitere expansive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um ein Deflationsszenario in der Eurozone zu verhindern und einen weiteren Anstieg des Euro zu verhindern. Wir gehen davon aus, dass der EZB-Rat sich auch morgen hiervon unbeeindruckt zeigt und noch keine weiteren Maßnahmen beschließt.

Sollte allerdings die Inflation weiterhin deutlich unter dem EZB-Ziel von unter aber nahe zwei Prozent verharren oder der Euro sich weiter verteuern, dann steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer expansiver Maßnahmen deutlich an. Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte wären positiv. Steigende Zinsen bleiben nach wie vor in weiter Ferne, selbst wenn die EZB zunächst keine expansivere Geldpolitik verfolgt. Vor diesem Hintergrund sehen wir uns aktuell gut aufgestellt. Der Fokus auf Aktien bleibt bestehen und bei den Anleihen bevorzugen wir weiterhin längere Laufzeiten.

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