Musterdepots
Spiel mit dem Feuer

Vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone sollen die EU-Staaten zittern - zumindest, wenn es nach den griechischen Politikern geht. Unsere Autoren nehmen die Drohungen gelassen. Daniel Hupfer kontert mit Fakten.
  • 1

Das Spiel, das die griechische Regierung spielt, ist ein Spiel mit dem Feuer. Die Verhandlungsposition ist dabei relativ einfach und besteht darin, dem Rest der Eurozone mit den möglichen negativen Konsequenzen eines „Grexit“ zu drohen. Wenn Griechenland, so anscheinend die Überlegung, schon keinen eigenen positiven wirtschaftlichen Beitrag für die Eurozone durch einen Verbleib in der Währungsunion leisten kann und will, dann sollen wenigstens die anderen zittern, wenn es um die Frage der Zugehörigkeit zum Euroraum geht.

Schließlich sei der Euro „instabil wie ein Kartenhaus. Wenn man die griechische Karte herauszieht, werden die anderen zusammenfallen“, so der griechische Finanzminister in einem Interview. Fakt ist, dass man sich mit derartigen Aussagen keine Freunde macht, weder in Portugal oder Italien, die nach Ansicht der griechischen Regierung zu den weiteren Wackelkandidaten gehören, noch in Deutschland. Vor allem Berlin wird für die ökonomische Misere der letzten Jahre verantwortlich gemacht, schließlich sei die Austeritätspolitik der Grund für den sich fortsetzenden wirtschaftlichen Niedergang des Landes und den damit verbundenen unaufhaltsamen Anstieg der Staatsverschuldung.

Denn trotz des ersten Schuldenschnitts im Jahr 2012 ist die Schuldenquote von damals 112 auf 175 Prozent angestiegen. Deswegen müsse Schluss mit dem Sparen sein, Schluss mit den Reformen, Schluss mit der Beaufsichtigung durch die Troika. Dass einzig allein die Griechen selber beziehungsweise die griechischen Regierungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte für die Misere verantwortlich sind, geht leider in der aktuellen Diskussion häufig unter.

Kommentare zu " Musterdepots: Spiel mit dem Feuer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und schon wieder ein Reverse Bonus. Das hätten Sie auch mal bei 12.000 kaufen können. Seit wieviel Tausend Punkten warten Sie auf eine Gelegrnheit normale ETFs und Aktien zu kaufen, Herr Redakteur? 8.300 war Ihnen nicht tief genug.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%