Musterdepots
Überangebot an Rohöl birgt hohe Risiken

Der Ölpreis hat im August zwischenzeitlich ein Sechs-Jahres-Tief erreicht. Eine Trendwende ist nicht zu erwarten. Anleger sollten bei Investments im Sektor Öl und Gas vorsichtig sein.

Der Verfall des Ölpreises von mehr als 100 US-Dollar je Barrel im Sommer 2014 auf derzeit um die 45 US-Dollar hat deutliche Spuren bei den Unternehmen im Sektor hinterlassen: Sowohl in Europa als auch in den USA blieben die Indizes für den Sektor Öl und Gas seit Ende Juli 2014 um rund 31 Prozent bzw. um rund 33 Prozent hinter dem jeweiligen Gesamtmarkt zurück.

Bei einzelnen Unternehmen fiel die Wertentwicklung sogar noch deutlich schlechter aus. Es verwundert daher kaum, dass Aktien aus dem Sektor Öl und Gas bei vielen Anlegern im Portfolio deutlich untergewichtet sind. Auch wir sind im Sektor derzeit nicht investiert.

Daraus resultiert jedoch ein erhebliches Risiko, vor allem für Investoren, die sich an einer Benchmark messen müssen: So hat der Sektor Öl und Gas im Stoxx 600 ein nennenswertes Gewicht von rund 5,5 Prozent. Dies ist etwa die Größenordnung des Sektors Telekommunikation oder des Sektors Versicherungen. Nimmt das Kaufinteresse bei den Ölunternehmen wieder zu, dann kann die bestehende Untergewichtung des Sektors dazu führen, dass das Portfolio deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückbleibt.

Dieses Risiko wird dadurch verstärkt, dass Unternehmen aus dem Sektor Öl und Gas unseres Erachtens von einer Reihe spekulativer Investoren leerverkauft worden sind. Darauf deuten zumindest die Kursbewegung hin, wenn in den vergangenen Monaten temporär höhere Ölpreise verzeichnet wurden: Einige Ölaktien haben dann binnen weniger Tage erheblich an Wert gewonnen, was auf größere Eindeckungskäufe hindeutet.

Diese Höhenflüge waren bisher jedoch nur von kurzer Dauer, weil sich der zwischenzeitliche Anstieg des Ölpreises stets als vorübergehend erwiesen hat. Ein tragfähiger Umschwung im Sektor wäre erst dann zu erwarten, wenn sich der Ölpreis dauerhaft stabilisiert. Die Hauptursache für den niedrigen Ölpreis sehen wir im hohen Ölangebot, das die Nachfrage derzeit übersteigt: Die Folge sind steigende Reserven, fallende Preise und zumindest in einigen Ländern (wie den USA) eine rückläufige Förderung.

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