Musterdepots
Unternehmensanleihen sind nicht risikofrei

Die Manager der wikifolios machen Kasse, Georgios Kokologiannis widmet sich dem Euro und Daniel Hupfer analysiert das Risiko von Unternehmensanleihen. Das und mehr in den Musterdepots.

Viele Kapitalmarktteilnehmer hatten in den vergangenen Monaten (Jahren) aufgrund der Staatsschuldenkrise, dem damit angeschlagenen Vertrauen in Staatsanleihen und dem niedrigen Zinsniveau die europäischen Unternehmensanleihen mit Investmentgrade schon als den neuen „sicheren Hafen“ ausgerufen. Und wenn man auf die zwischenzeitlich sehr niedrigen Refinanzierungskosten für europäische Unternehmen geschaut hat, schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die absoluten Tiefststände aus den Zeiten vor der Lehmann-Krise noch unten durchbrochen werden würden.

Aber spätestens mit dem Beginn des laufenden Jahres ist der Mehrzahl der Kapitalmarktteilnehmer bewusst geworden, dass mit Unternehmensanleihen auch Risiken verbunden sind. Die Kreditrisikoaufschläge gemessen an den Asset-Swap-Spreads haben sich in den vergangenen neun Monaten deutlich ausgeweitet und befinden sich auf den höchsten Ständen seit fast drei Jahren.

Woher resultiert nun diese deutliche Ausweitung in einem Umfeld, das aufgrund der sehr expansiven Geldpolitik der EZB und einer grundsätzlich positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Europa eigentlich unterstützend für Anleihen sein sollte?

An erster Stelle sind da die immer wieder auftretenden Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung in den Emerging Markets – hier vor allem in China –, die Rohstoffpreisentwicklung und die Leitzinsentwicklung in den USA zu nennen. Vor allem der erstgenannte Punkt hat Unternehmen, die ein starkes Geschäftsexposure zu den Emerging Markets aufweisen, im laufenden Jahr negativ beeinflusst.

Die Unsicherheit über den Zeitpunkt und Umfang einer möglichen Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank hat auch wiederholt zu hoher Volatilität an den Anleihemärkten geführt. Und hier haben die Segmente mit geringerer Liquidität – wie Unternehmensanleihen – stärker gelitten als zum Beispiel Staatsanleihen, die auch in Stressphasen ohne Probleme gehandelt werden konnten.

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