Musterdepots
US-Leitzinswende? Mal abwarten

Der rückläufige Ölpreis belastet die US-Märkte. Ob die Fed sich da wohl traut, früher als geplant die Leitzinsen zu heben? Nein, glaubt unser Autor Daniel Hupfer. Dennoch besteht ein Viertel seines Depots aus Anleihen.
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Für den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung dürfte die US-Notenbank stark auf die neu hereinkommenden Konjunktur- und Inflationsdaten schauen – angesichts der schwachen Entwicklung in den letzten Wochen sowie des abermalig rückläufigen Ölpreises rechnen wir unverändert damit, dass der erste Zinsschritt nicht vor September kommen wird.

Eine Leitzinsanhebung bereits im Juni kann zwar nicht ausgeschlossen werden, ist jedoch nicht unser Basisszenario. 2015 stehen damit unserer Meinung nach insgesamt ein bis maximal zwei Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte an. Vor diesem Hintergrund halten wir die die negativen Auswirkungen für die Rentenmärkte für überschaubar. Unsere Anleihequote im Privatbank-Depot liegt derzeit noch bei etwa 25 Prozent. Zuletzt hatten wir diese zu Gunsten der Aktien reduziert. An den restlichen Anleihen werden wir weiterhin festhalten, da sie mit einer durchschnittlichen Rendite von knapp über drei Prozent eine relativ gute Verzinsung bei überschaubaren Bonitätsrisiken generieren.

Die in den amerikanischen FedFunds-Futures eingepreisten Zinserhöhungserwartungen für 2016 sind in den letzten Tagen weiter gefallen: Für das kommende Jahr werden weitere zwei bis drei Zinsschritte erwartet, so dass der Leitzins dann Ende 2016 bei einem bis 1,25 Prozent stehen könnte. Ob es genauso kommen wird, halten wir derzeit noch nicht für absehbar. Wir sehen jedoch unsere Einschätzung bestätigt, dass die Fed – auch vor dem Hintergrund der Politik anderer Notenbanken – vorsichtig mit Zinserhöhungen umgehen wird, und die US-Konjunktur nicht durch einen zu restriktiven Kurs von der Klippe stößt. Das Risiko für unerwartet schnelle Leitzinsanhebungen ist mit den jüngsten Äußerungen nochmals geringer geworden.

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