Musterdepots: „USA bleiben Taktgeber an den Finanzmärkten“

Musterdepots
„USA bleiben Taktgeber an den Finanzmärkten“

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man mit Timing und Strategie den Markt schlagen kann. Stratege Ulf Sommer beschäftigt sich mit dem Einfluss des Euros auf die Aktienkurse.
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Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt

Wer wissen will, wie sich der deutsche Aktienmarkt entwickeln wird, sollte derzeit auch einen Blick auf den Euro werfen. Seit Anfang 2015 bewegt sich dessen Kurs zum US-Dollar in einer Spanne zwischen 1,04 auf der Unter- und 1,15 auf der Oberseite. Mit dieser Wechselkurs-Bandbreite konnten Anleger am deutschen Aktienmarkt offenbar gut leben. Derzeit notiert der Kurs mit 1,146 US-Dollar am oberen Ende dieser Spanne. Eine weiter deutlich steigende europäische Gemeinschaftswährung könnte zu einer Neubewertung der exportstarken deutschen Unternehmen und ihrer Aktien führen.

Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen

Im Juni betrug die Inflationsrate in der Euro-Zone 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Somit hat sie das niedrigste Niveau seit dem Januar 2017 erreicht. Vor allem die Energiekosten, also die Kosten für Benzin, Heizöl, Erdgas, welche in den zurückliegenden Monaten für eine stärkere Teuerungsrate gesorgt hatten, sind nicht mehr so stark gestiegen. Die Teuerungsrate liegt damit deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von etwa zwei Prozent. Das spricht entgegen vielen Hoffnungen gegen eine baldige Zinserhöhung durch die Währungshüter.

Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank

Vor der am Donnerstag anstehenden EZB-Sitzung reagieren Anleger mit Zurückhaltung. Wohl auch, da mit einem Einstieg in den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik erst für die Sitzung im September gerechnet wird. Die USA bleiben Taktgeber an den Finanzmärkten. Nach einer neuen Studie von PwC ist Apple, bezogen auf den März dieses Jahres, weiterhin das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. Das gilt auch noch nach der jüngsten Korrektur der Technologieaktien: Im Musterdepot erfreut uns die Apple-Aktie dieses Jahr mit einem Kurswertzuwachs von 17,5 Prozent.

Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Kommentare zu " Musterdepots: „USA bleiben Taktgeber an den Finanzmärkten“"

Alle Kommentare
  • Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,

    "Trump-Schlappe stärkt den Euro" titelt heute Ihr Blatt. Und Ihr Redakteurskollege fragt, "kommt es zu einer Neubwertung deutscher Aktien?" Mein Blick auf die tiefroten deutschen Indices zeigt, dass das Unheil vielleicht schon begonnen hat. Vielleicht.

    Ich meine, dass man nur an die Börse gehen sollte, wenn man Urteilsvermögen hat, wenn man zwischen peanuts und Umwälzungen unterscheiden kann. Ich erinnere mich noch gut an die DM-Zeiten mit ihren vielen schubartigen Aufwertungen der DM gegenüber dem Dollar. Die deutsche Wirtschaft hat diese beträchtlichen Verteuerungen ihrer Waren stets verkraftet.

    Und dann gibt es noch einen anderen Punkt. Ein Aktionär braucht eine optimistische Grundhaltung. Er muß daran glauben, dass unsere Probleme nicht zum Weltuntergang führen, sondern über kurz oder lang gelöst. Nehmen Sie als Beispiel "Obamacare". Glauben Sie mit mir, dass für dieses aus dem Ruder gelaufene und zu teure Gesundheitssystem irgendwann ein besserer Ersatz gefunden wird? Oder werden die USA daran untergehen?

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