Musterdepots
Verzerrte Börsen

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank bringt die Börsen in Aufruhr. Der Dax notiert wie entfesselt. Die Autoren der Musterdepots blicken mit Erstaunen und mit Skepsis auf die derzeitige Entwicklung der Märkte.
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Die Marktmanipulationen der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgen für heftige Verzerrungen an den Börsen: Anleiheinvestoren bezahlen immer öfter dafür, dass sie Staaten Geld leihen – so liegt inzwischen in sieben Euro-Raum-Ländern die Verzinsung kurzfristiger Bonds unter Null. Käufer erhalten hier also weniger zurück als sie gezahlt haben, falls die Papiere bis zur Fälligkeit gehalten werden.

Übertreibungen prägen auch an den Aktienmärkten das Bild: Dax & Co. schießen trotz extremer Bewertungen sowie bestenfalls durchwachsener Wirtschaftsdaten ungebremst von Rekord zu Rekord. Und der Euro bricht ins Bodenlose ein. Die Gemeinschaftswährung ist zwei Tage nach dem Start des mehr als eine Billion Euro schweren Anleihekaufprogramms der EZB auf ein Zwölf-Jahres-Tief bei unter 1,06 US-Dollar gefallen.

Experten wie etwa der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, warnen bereits vor der Gefahr eines globalen Währungskrieges. Zudem sei der schwache Euro nur auf dem ersten Blick hilfreich für exportstarke Länder wie Deutschland. Denn während die Ausfuhren profitierten, leide der Import.

Börner rechnet damit, dass der Euro-Kurs bis Ende des Jahres die Parität zum Dollar erreichen wird. Doch wenn sich das Abwertungstempo der vergangenen Wochen fortsetzt, steht der Wechselkurs dann nicht bei rund eins zu eins – sondern bei Pi mal Daumen 0,80 Dollar je Euro. Hintergrund: Im vergangenen Dreivierteljahr hat der Euro gegenüber dem US-Dollar rund 23 Prozent an Wert eingebüßt. Knapp die Hälfte davon allein seit Anfang des Jahres. Der Absturz beschleunigt sich also immer weiter.

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