Musterdepots
Viel Lärm um nichts

Daniel Hupfer nimmt aktuelle Konjunkturdaten genauer unter die Lupe. Sein Fazit: Die Sorgen vom Jahresanfang waren für Deutschland übertrieben, Georgios Kokologiannis rüstet sich derweil für einen brisanten Juni.

Der Blick auf die Daten der jüngsten Ifo-Geschäftsklimaumfrage legt nahe, dass die Binnennachfrage auch zukünftig der wesentliche Motor des wirtschaftlichen Wachstums in Deutschland sein wird. So hat sich die Stimmung in allen Sektoren der gewerblichen Wirtschaft verbessert. Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf einen neuen Rekordwert gestiegen, auch im Groß-und Einzelhandel ist die Stimmung so gut wie selten zuvor.

Von daher sollte der private Verbrauch in diesem Jahr um 1,7 Prozent zulegen, die staatlichen Konsumausgaben um 2,7 Prozent und die Bauinvestitionen um 2,5 Prozent. Da die Importe auf Gesamtjahressicht mit 3,5 Prozent wachsen werden, geht vom Außenhandel ein kleiner negativer Beitrag für das deutsche Wirtschaftswachstum aus. Alles in allem zeigt sich aber, dass sich die großen Konjunktursorgen vom Jahresbeginn, deren Auslöser die schwachen Aktienkurse waren, als übertrieben herausgestellt haben.

Aus Sicht eines Konjunkturprognostikers kann man von daher das Zwischenfazit aufstellen: Viel Lärm um nichts. Setzt sich die Entwicklung so fort, wie wir es erwarten, wird demnächst vielleicht nur noch die deutsche Wirtschaft brummen, aber dafür nicht mehr die Mehrheit der Volkswirte und der Marktbeobachter. Schließlich, so unser Fazit, ist die wirtschaftliche Lage um einiges besser als die Stimmung.

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