Musterdepots
Von Panik noch weit entfernt

Die Berichtssaison läuft mittlerweile an, doch an den Börsen interessiert das kaum jemanden. Auch die Autoren der Musterdepots verlagern ihren Fokus eher auf die Konjunktur in der Euro-Zone und die Geldpolitik der Fed.
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Immer mehr Ökonomen äußern sich pessimistisch in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland. Während noch vor einigen Monaten ein Wachstum von 1,9 Prozent für 2014 und von zwei Prozent für das Jahr 2015 im Durchschnitt prognostiziert wurde, sind nun die Schätzungen  auf jeweils 1,3 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent abgesenkt worden. Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier schließt sogar ein negatives drittes Quartal in Deutschland nichts aus.

Nachdem bereits im zweiten Quartal ein leichtes Schrumpfen des Brutto-Inlands-Produktes verzeichnet wurde, würde dies technisch gesehen eine Rezession für die Bundesrepublik bedeuten. Und dies wäre das letzte, was die Euro-Zone brauchen kann, denn Deutschland galt noch bis vor kurzem als starke Konjunkturlokomotive. Die Ökonomen weisen auf eine Reihe von Gründen hin, die zu einem schwachen Wachstum in der Bundesrepublik führen, darunter eine schwache Nachfrage aus der Eurozone nach deutschen Gütern, die momentan schwierige geopolitische Situation und in diesem Zusammenhang vor allem die Sanktionen gegen Russland sowie militärische Konflikte im Irak und in Syrien, wodurch die Verbraucher und Unternehmen deutlich verunsichert sind.

Eine stolpernde Konjunktur ist natürlich alles andere als günstig für die Aktienmärkte, wir bleiben aber voll investiert, weil unsere Anlagestrategie kein Market-Timing vorsieht. Nur wenn unser Wertsicherungssystem eine mögliche panikartige Marktlage, wie es beispielsweise 2008 der Fall war, signalisiert, können wir unser Portfolio absichern beziehungsweise Liquidität aufbauen. Derzeit sind wir aber noch weit davon entfernt. Darüber hinaus setzt die ultralockere Geldpolitik der EZB den Eurokurs unter Druck, was mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Staaten stützen wird.

Beim „SR wisdom capital spekulativ“-wikifolio hat der Portfoliomanager Sebastian Reese die allgemeine Marktschwäche sowie negative Unternehmensnachrichten für den Aufbau von einigen Positionen genutzt, bei denen er ein technisches Erholungspotential sieht. So hat er die Gerresheimer- und Südzuckeraktien ins Portfolio aufgenommen. Die Unternehmen haben diese Woche enttäuschende Zahlen vorgelegt. Herr Reese hält den aktuellen Kurs bei den Titeln für überverkauft.

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