Musterdepots: Vorbei das Kaufen und Liegen lassen

Musterdepots
Vorbei das Kaufen und Liegen lassen

Georgios Kokologiannis hat alles richtig gemacht und vor dem schwarzen Jahresauftakt seine Bargeldbestände erhöht. Warum er nicht zuletzt nach diesem Montag das Jahr volatil einschätzt.

Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich den Bargeldbestand des Musterdepots massiv erhöht. Das trägt jetzt neben den Absicherungsinstrumenten dazu bei, dass sich die aktuellen Aktienmarktverluste zum Wochenstart nur gedämpft im Portfolio niederschlagen. Ausbauen werde ich die Investitionsquote erst dann wieder, wenn noch mehr Luft aus den Kursen entweicht.

Wer in den vergangenen Wochen kurzfristig auf eine Jahresend-Rally gesetzt hatte, dürfte in den kommenden Tagen seinen Kapitaleinsatz vom Tisch nehmen. Der Dax beispielsweise sollte demnächst wieder deutlich in den vierstelligen Bereich zurückfallen. Auch 2016 gilt daher: Die Zeiten von Kaufen und Liegenlassen sind im aktuellen Börsenzyklus vorbei.

Der holprige Start ins neue Börsenjahr liefert einen Vorgeschmack auf das Ausmaß an Volatilität, mit dem Anleger 2016 konfrontiert werden dürften. Experten sehen vor allem vier übergeordnete Auslöser für hohe Kursschwankungen. Neben dem Auslaufen der ultralockeren Geldpolitik in den USA, der damit zusammenhängenden Dollar-Aufwertung und politischen Krisenherden sorgt vor allem schwächelndes Wirtschafswachstum für Sorgenfalten.

Weltweit hat das Wachstum vieler Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren an Dynamik verloren. Eine Entwicklung, die sich 2016 fortsetzen sollte: Anlagestrategen der Deutschen Bank rechnen etwa damit, dass es statt vier bis fünf Prozent wie vor der Finanzkrise langfristig nur noch drei bis vier Prozent Wachstum geben dürfte.

Und auch diese Werte sind wohl nur erreichbar, falls sich Chinas Wirtschaft stabilisiert. Doch die jüngsten, schlecht ausgefallenen Konjunkturindikatoren aus Peking schüren Zweifel daran. Auch in Europa geht die Erholung nur schleppend voran: Die Umsätze der Unternehmen wachsen kaum, und die Firmengewinne dürften Analystenschätzungen zufolge 2016 wohl nur einstellig zulegen. Für verlässliche, nachhaltige Kurszuwächse ist das zu wenig.

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