Musterdepots
Vorsicht Risiko!

Noch spiegelt sie sich nicht in den Aktienkursen wider, doch die Gefahr eines Richtungswechsels an der weltweit taktgebenden Wall Street steigt. Davon ist Handelsblatt Depotstratege Georgios Kokologiannis überzeugt.
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FrankfurtDie Gefahr einer Korrektur an den Aktienbörsen nimmt zu. Darauf deuten jetzt auch Indikatoren der Beratungsfirma Sentix hin, die Daten zum Anlegerverhalten analysiert und daraus Schlüsse für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten zieht.

Demnach sinke das Grundvertrauen der Investoren sowohl für die Wall Street als auch den europäischen Markt seit Jahresanfang. Und einem fallenden, sogenannten „strategischen Bias“ folge in der Regel eine steigende Verkaufsbereitschaft. Bisher jedoch lasse sich nach Einschätzung der Experten diese veränderte Haltung an den Notierungen noch nicht ablesen.

Das Abwärtsrisiko an den Aktienmärkten steige, je größer das Missverhältnis zwischen den aktuellen Kursen und dem Grundvertrauen werde. Skeptisch stimmt die Sentix-Fachleute darüber hinaus, dass die Investoren derzeit offensichtlich nicht zwischen den Börsen in den USA und hierzulande unterscheiden.

Trotz der zu erwartenden Wirkung der absehbaren US-Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten auf den Wechselkurs zeigten Anleger keine differenzierte Wirtschaftsmeinung. Der strategische Meinungsgleichlauf könne daher nicht von Dauer sein.

Ich teile diese Auffassung und gehe erstens davon aus, dass ein aufwertender Dollar die US-Rally mittelfristig ausbremsen wird. Und zweitens, dass sich Dax & Co. einem Richtungswechsel an der weltweit taktgebenden Wall Street nicht werden entziehen können – trotz der im Vergleich dazu geringeren fundamentalen Überbewertungen.

Kommentare zu " Musterdepots: Vorsicht Risiko!"

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  • Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

    wir sind uns wahrscheinlich einig, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und es immer wieder zu Korrekturen und gelegentlich auch zu tiefen Einbrüchen kommt. Diese Möglichkeit von Rückschlägen nennt man "Risiko". Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich aber nicht, dass man die künftige Börsenentwicklung vorausahnen oder gar vorhersagen kann.

    Wie läßt sich "Risiko" beschreiben? Mein Bild ist der Ritt über den zugefrorenen Bodensee. Wird das Eis über eine Wegstrecke von vielleicht 30 Kilometern Roß und Reiter tragen? Oder wird das Eis an irgendeiner Stelle einbrechen, so dass Roß und Reiter in den Fluten versinken? Im vorhinein gibt es darauf keine Antwort.

    Zurück zur Börse. Es ist oft gesagt worden, Donald Trump sei unberechenbar. In meinen Augen ist er ein großes politisches und wirtschaftliches "Risiko". Damit soll nicht gesagt sein, dass seine Politik ein Börsenunglück verursachen wird. Das wissen wir schlicht und einfach nicht. Aber die Möglichkeit besteht.

    Wie wollen wir mit dieser Möglichkeit umgehen? Mit Ihrer Überschrift "Vorsicht Risiko" fängt niemand etwas an. Sie müssen schon sagen, wie sich ein verständiger Anleger verhalten sollte.

    Ich plädiere dafür, die hohen Kurse zu Teilverkäufen zu nutzen. Die Verminderung der Aktienquote mindert auch das Verlustrisiko. Und sie schafft Liqudität und damit die Chance, bei einem Rückschlag der Kurse billig an die Börse zurückzukehren.

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