Musterdepots
Wachstumszahlen unter der Lupe

Auf den ersten Blick sind die Wachstumszahlen für die deutsche Wirtschaft gar nicht so schlecht. Bei näherem Hinsehen allerdings geben sie Anlass zur Sorge, meint Anlagestratege Alexander Kovalenko.

Die deutsche Wirtschaft ist 2015 mit einem moderaten Tempo von 1,7 Prozent gewachsen. Kalenderbereinigt fiel das Wachstum mit 1,4 Prozent noch geringer aus. Die Analysten der französischen Investmentbank Natixis haben einen interessanten Bericht veröffentlicht, in dem sie versucht haben, den Einfluss der einmaligen Effekte auf das BIP-Wachstum auszuschließen. Zu diesen Effekten gehörten im vergangenen Jahr die Staatsausgaben infolge der Flüchtlingsströme, der schwache Euro sowie die massiv gesunkenen Energiekosten.

Die Mehrausgaben, die mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang stehen, haben laut den französischen Researchern etwa 0,15 Prozent Zusatzwachstum gebracht. Den Effekt des günstigen Euros schätzen sie mit 0,4 Prozent ein. Der Ölpreisverfall und die daraus resultierenden niedrigeren Energiekosten haben etwa 0,3 Prozent mehr Wachstum gebracht.

Würde man diese Effekte ausschließen, bleibt ein nur schwaches kalenderbereinigtes Wachstum von 0,55 Prozent. Dieses Ergebnis ist etwas besorgniserregend, denn zwei von diesen drei Faktoren – der Eurokurs und der Ölpreis – sind nicht steuerbar und können sich in eine entgegengesetzte Richtung drehen. Der dritte Faktor – die erhöhten Staatsausgaben – ist zwar steuerbar, auf lange Sicht jedoch nicht nachhaltig.

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