Musterdepots
Währungswetten greifen nicht

Wie hoch wird der Euro zum Jahresende stehen? Über diese Frage streiten die Experten. Mit einem Absturz rechnen sie nicht mehr. Für die Anleger zahlen sich die Spekulationen nicht aus, glaubt Georgios Kokologiannis.
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Wenn unter Experten extreme Einigkeit herrscht über die weitere Marktentwicklung an den Börsen, sollten Anleger besonders kritisch agieren. Das gilt nicht nur am Aktien-, sondern auch am weit liquideren Devisenmarkt: So wurde die Wette auf eine Fortsetzung des Euro-Absturzes in diesem Jahr lange Zeit als Freifahrtschein zum Geldverdienen gehandelt. Die Parität zum Dollar spätestens 2016 galt unter Bankern praktisch als ausgemachte Sache.

Wegen der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) war es bis zum Frühjahr dieses Jahres immer weiter bergab gegangen mit der Gemeinschaftswährung: Von fast 1,40 Dollar im Mai vergangenen Jahres war der Euro zwischenzeitlich bis auf ein Neun-Jahres-Tief von 1,05 Dollar abgerutscht. Danach aber erholte sich der Wechselkurs unerwartet - inzwischen hat er sich deutlich oberhalb von 1,11 Dollar je Euro festgesetzt.

Folgerichtig rücken nun immer mehr Banken von ihren ursprünglichen Prognosen ab: Es sei unwahrscheinlich, dass das Währungspaar die Parität erreichen werde, erklärten am Donnerstag beispielsweise Strategen der Société Générale in einer neuen Einschätzung. Selbst eine moderate Ausweitung der EZB-Bondkäufe würde nichts daran ändern, heißt es jetzt plötzlich. Die Experten der französischen Großbank hoben ihre Prognose für den Euro- Stand zum Jahresende an - von bislang 1,05 Dollar auf nun 1,12 Dollar.

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