Musterdepots
Wenn das Depot dem Markt trotzt

Für den Dax ging es die letzten Tage kräftig abwärts. Nicht so für das Depot unseres Kommentators, der sein Depot rechtzeitig auf unruhige Zeiten getrimmt hatte. Nun trotzt er den turbulenten Börsentagen.
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Warnsignale für die massiven Verluste am Aktienmarkt gab es mehr als genug: Zunehmend enttäuschende Konjunkturindikatoren, miese Unternehmenszahlen, immer neue politische Krisenherde, die anstehende Zinswende in den USA - und vor allem: extreme Bewertungen an den Börsen.

Doch statt ihre in der Regel überoptimistischen Einschätzung zu den Chancen und Risiken am Aktienmarkt zu korrigieren, verweigerten sich viele Experten der Realität. Die Zeche dafür müssen nun Anleger zahlen, die zum Beispiel bei einem Dax-Stand von über 10.000 Punkten noch in den Markt getrieben worden waren - mit der Aussicht auf kurzfristig noch phantastischere Kursniveaus.

Da das Handelsblatt-Musterdepot rechtzeitig auf unruhige Zeiten ausgerichtet worden ist, haben die jüngsten Kurseinbrüche an den Aktienmärkten praktisch keine Auswirkungen auf dessen Wertentwicklung. Es legt weiter kontinuierlich zu und kann einmal erreichte Ertragsniveaus erfolgreich verteidigen. Dazu beigetragen haben mehrere Reverse-Bonuszertifikate, die das Portfolio stabilisieren. Eine dieser Positionen, die sich tendenziell entgegengesetzt zum Dax entwickelt und mehr als zehn Prozent Gewinn eingefahren hat, reduziere ich jetzt (WKN: CB4S3R).

Im Gegenzug investiere ich das freigewordene Kapital in Bonuszertifikate auf den Euro Stoxx (WKN: GT6Y38), mit denen ich auf eine Seitwärtsbewegung des europäischen Leitindizes: Bis Ende Dezember erzielen diese Papiere rund neun Prozent Gewinn, solange der europäische Leitindex von aktuell rund 3.080 Punkten bis dahin nie unter die Marke von 2.920 Zählern einbricht. Nur falls die relevante Barriere nicht hält, fallen in etwa dieselben Verluste an, als hätte der Käufer auf einen simplen Indexfonds gesetzt.

Kommentare zu " Musterdepots: Wenn das Depot dem Markt trotzt"

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  • Sehr geehrter Herr Kokologiannis,

    ich lese Ihre Beiträge in dieser Rubrik sehr gerne, da diese für mich eine gute Balance zu den über optimistischen Einschätzungen der anderen beiden "Experten" darstellen.

    In dem heutigen Artikeln prangern Sie zurecht an, dass Zitat "die Zeche dafür nun Anleger zahlen müssen, die zum Beispiel bei einem Dax-Stand von über 10.000 Punkten noch in den Markt getrieben worden waren - mit der Aussicht auf kurzfristig noch phantastischere Kursniveaus."

    Aber ist es nicht auch Ihr Arbeitgeber/Ihre Publikation, die eine große Mitschuld daran trägt? Direkt, wie indirekt. Die Anzahl der vermeintlichen Experten, die hier eine Plattform bekamen, um darauf hinzuweisen, dass der Dax auch bei 10.000 noch nicht teuer sei, ist enorm. Blättern Sie einfach mal ein paar Wochen zurück.

    Vor weniger Tagen erschien beispielsweise in dieser Rubrik der Beitrag:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/musterdepots-alternativlose-anlage-aktien/10188750.html

    Ich würde mir in Zukunft einen kritischen Blick, etwas mehr Anwalt sein für den Anleger wünschen und weniger (kostenfreie) Werbefläche für die Finanzindustrie und ihre Produkte.

    Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrer Strategie.

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