Musterdepots
Wenn sich Prophezeiungen selbst erfüllen

Wer regelmäßig am Aktienmarkt handelt, kommt um Börsenweisheiten und Faustregeln nicht herum. Welcher Ratschlag bei Anlegern besonders beliebt ist – und wieso sich hin und wieder ein Blick nach Österreich lohnt.
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Sollte der Dax in den kommenden Tagen seine so genannte „200-Tage-Linie“ überwinden, könnte der Aktienindex anschließend schubartig noch deutlich höher steigen als es derzeit fundamental gerechtfertigt ist. Die Chartlinie verläuft aktuell bei rund 9500 Punkten und dient vielen Investoren als Orientierungspunkt für ihre Börsenengagements.

Die Kurve beschreibt den gleitenden Durchschnittswert der Notierung in den zurückliegenden 200 Tagen und es gilt folgende Faustregel: Verkaufe wenn der Kurs eines Wertpapiers oder eines Börsenindexes unter diese Linie absinkt – und kaufe im umgekehrten Fall.

Weil die Handlungsanweisung so eingängig ist, orientieren sich auch massenhaft solche Anleger daran, für die Charttechnik sonst ein Buch mit sieben Siegeln ist. Die Folge: Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Es gibt unzählige Beispiele dafür, dass diese Chartkurve tatsächlich oft als eine Art trendverstärkender Katalysator fungiert. Auch beim Markteinbruch Mitte Oktober, der den deutschen Leitindex überproportional erwischte, spielte die 200-Tage-Linie nach Überzeugung von Experten eine entscheidende Rolle.

Bereits Ende September hatten damals technische Analysten gewarnt, dass ein nachhaltiger Rutsch unter diesen vielbeachteten Signalgeber die Abwärtsbewegung beschleunigen und den Dax weiter fallen lassen würde – mindestens um acht Prozent bis zum damaligen Jahrestief auf dem Niveau von 8900 Zählern. Es kam noch heftiger: Erst unterhalb von 8400 Punkten endete der Absturz des Börsenbarometers.

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