Musterdepots
Wie sieht das perfekte Depot aus?

Anleger sollten ihre Depotstruktur einmal im Jahr überdenken und bei Bedarf anpassen. Doch wie sieht unter den jetzigen Bedingungen ein perfektes Depot aus? Die Strategen großer Banken haben dazu einen Tipp.
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Auch langfristig orientierte Investoren sollten die Gewichtung der Anlageklassen innerhalb ihres Depots nie völlig aus den Augen verlieren. Experten raten, die Portfoliostruktur mindestens einmal im Jahr zu prüfen und bei Bedarf anzupassen.

Laut einer aktuellen Auswertung des Informationsdienstes Bloomberg empfehlen Strategen großer Banken derzeit im Schnitt folgende Aufteilung: Knapp die Hälfte des Kapitals sollte sich auf Aktien verteilen, 38 Prozent auf Anleihen und sechs Prozent auf Rohstoffe. Zudem sollten Anleger etwa fünf Prozent Cash halten.

Im Vergleich zu den vorgeschlagenen Richtwerten von Anfang Mai erhöht sich damit die Gewichtung für Festverzinsliche um drei Prozentpunkte – zu Lasten der nun niedrigeren Bargeldquote. Privatanleger sollten bei der Aufteilung ihres Kapitals auf die einzelnen Anlageklassen aber nicht nur ihr Wertpapierdepot bei ihrer Bank im Blick haben, sondern vielmehr das insgesamt vorhandene Geldvermögen. Dazu gehören auch Altersvorsorgeprodukte. Andernfalls droht schnell eine (unbewusste) Überinvestition in Zinspapiere.

Hintergrund: Die Bundesbürger geben pro Kopf im Schnitt über eintausend Euro jährlich für Versicherungsprodukte zur Altersvorsorge aus - in erster Linie Lebensversicherungen.  Zieht man davon die Beitragsanteile ab für Vermittlerprovisionen und Verwaltungskosten sowie den sogenannten „Risikoanteil“, also das Geld mit dem Leistungen wie Hinterbliebenenschutz oder Berufsunfähigkeit finanziert werden , dann verbleibt ein „Sparanteil“ von 50 bis 70 Prozent. Und dieses Geld legen die Versicherungskonzerne weit überwiegend am Anleihemarkt an. Viele Anleger hierzulande decken allein schon damit ihren Bedarf an Anleihen ab.

Kommentare zu " Musterdepots: Wie sieht das perfekte Depot aus?"

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  • Hallo Herr Kokologiannis,

    könnten Sie zu der Bloomberg-Befragung noch ein paar Details liefern? Wie kommen die "Experten" auf die Quote - ist das eimfach nur das Mittel der aktuellen Gewichtungen?

    Im Versicherungs- und Pensionsfondsbereich sind Aktienquoten von 10% und weniger immer noch die Regel.

    Vielen Dank
    W.P.

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