Musterdepots
„Wir bezweifeln die Nachhaltigkeit der Erholung“

Musterdepotstratege Daniel Hupfer glaubt nicht, dass die Anleger wieder ins Risiko gehen wollen und erwartet bald wieder fallende Kurse. Und für Georgios Kokologiannis ist die Zeit der Schönwetter-Depots vorbei.

FrankfurtDie Zeit der Schönwetter-Depots ist vorbei. Und durch „Kaufen und liegenlassen“ kann man mit Aktien in den kommenden Jahren keine nachhaltigen Gewinne mehr erwirtschaften. Davor wird an dieser Stelle bereits seit 2014 gewarnt. Stattdessen sei aktives Depotmanagement oder der Einsatz spezieller Finanzinstrumente zwingend, um an der Börse noch Geld zu verdienen.

Und ein Rückblick bestätigt: Wer zeitgleich zum Start der Musterdepots vor zweieinhalb Jahren zwanzigtausend Euro in europäische Standartaktien investiert hat, sitzt auf viertstelligen Verlusten. Knapp fünf Prozent hat der Leitindex Euro Stoxx 50 seitdem eingebüßt – Dividendenausschüttungen bereits eingeschlossen. Der Performanceabstand zum aktiv geführten Handelsblatt-Portfolio beträgt damit satte zwanzig Prozent.

Auch mit Sparplänen sind passive Anleger nicht besser gefahren, die von Arglosen immer wieder gerne als eine Art Wundermittel gegen Verlustgefahren angepriesen werden: Bei monatlichen Einzahlungen in einen thesaurierenden Euro-Stoxx Indexfonds statt einer Einmaleinlage liegt die Rendite ebenfalls mehr als fünf Prozent im roten Bereich.

Hintergrund für den Sparplan-Mythos: Durch Sparraten lasse sich angeblich das Risiko verringern im Vergleich zur Einmalanlage. Denn wer regelmäßig über einen längeren Zeitraum investiere, profitiere angeblich sogar davon, wenn die Aktienkurse abrutschen - schließlich bekomme er dann mehr Anteile für sein Geld.

Doch bei kritischem Hinsehen zeigt sich: Der angebliche Durchschnittskosteneffekt („Cost Average“) ist irreführend. Auch bei Sparplänen können ähnliche Verluste wie bei einer Einmalanlage lauern - oder noch größere. Hintergrund: Das Endergebnis hängt maßgeblich vom Zeitraum ab, in dem investiert wird.

Entscheidend ist vor allem die Börsenlage zum Ausstiegszeitpunkt. Denn zum Ende der Sparphase hat sich mehr Geld angesammelt, das Schwankungen ausgesetzt ist. Von einer möglichen Boomphase am Anfang - so wie beim aktuellen Euro-Stoxx-Beispiel bis zum Frühjahr 2015 - profitiert der Anleger gleichzeitig kaum, da erst wenig Geld in Börsenprodukten steckt.

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