Musterdepots
Womit die Anleger langfristig rechnen müssen

Die Aussichten für die Aktien in der Eurozone sind attraktiv, für die Wall-Street-Papiere hingegen kaum. Unsere Autoren über die langfristigen Börsen-Entwicklungen – und „Unsicherheitsfaktor“ Janet Yellen von der Fed.
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Trotz guter Unternehmensberichte, beigelegter Krim-Krise, positiver Konjunkturdaten und niedriger Zinsen: Attraktiv sehen die Aussichten an der Wall Street nur auf dem Papier aus. Davor warnt jetzt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Denn US-Aktien seien teuer: Das sogenannte „Shiller-KGV“ liege mittlerweile 58 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 133 Jahre. Diese Bewertungskennziffer ist eine Weiterentwicklung des klassischen Kurs-Gewinnverhältnisses. Nur vor den Crashs der Jahre 1929 und 2000 sowie im Sommer 2007 sei der „Bewertungsexzess“ am US-Aktienmarkt ausgeprägter gewesen.

Auch andere Experten glauben, dass das Kurspotenzial ausgereizt ist. Darauf deutet zum Beispiel eine aktuelle Bloomberg-Umfrage: Demnach erwarten Brokerhäuser, dass der S&P 500 bis Ende des Jahres sein jetziges Rekordhoch von 1893 Punkten zwar noch etwas ausbauen kann– im Schnitt prognostizieren die Fachleute aber nur ein Plus von dreieinhalb Prozent.

Ich werde mein Depot demnächst noch stärker darauf ausrichten, dass die langjährige Hausse allmählich ausläuft. Neben den extremen Bewertungen spricht auch der fortgesetzte Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik dafür.

Unsicherheitsfaktor Nummer eins bleibt allerdings die US-Notenbank Fed. Zwar hat Fed-Chefin Janet Yellen überaus deutlich signalisiert, dass im kommenden Jahr sogar mit steigenden Leitzinsen zu rechnen sei. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, wenn die Zentralbankführung einen unerwarteten Rückzieher machen würde. Die Glaubwürdigkeit amerikanischer Geldpolitik wäre spätestens dann zwar vollends hinüber. Die Karten an den Kapitalmärkten würden in diesem Fall dennoch neu gemischt.

Kommentare zu " Musterdepots: Womit die Anleger langfristig rechnen müssen"

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  • @Hr. Kokolores: Sie haben doch nur eine homöopathische Dosis an US-Werten im Depot. Wie wollen Sie denn ihr Depot "noch stärker auf die auslaufende Hausse" vorbereiten? Und falls die "Karten an den Märkten" wirklich neu gemischt werden, nützt Ihnen das fast nichts.

    "Nicht kleckern, klotzen" wusste schon der alte Rommel. Jetzt Ihrer Logik zufolge doch europ. Aktien. Also, ran an den Speck. Ist bei Ihnen doch nur Spielgeld.

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