Musterportfolio
Auf dem Königsweg zur Rente

Welchen Aktienanteil soll man im Depot haben? Und welche Anleihenquote? Die Frage, die Vermögensberatern immer wieder gestellt wird, beantwortet sich manchmal durch die Lebensumstände von selbst. Um für die Rente vorzusorgen, empfehlen Experten eine ganz besondere Mischung.

DÜSSELDORF. Das ausgewogene Depot, das einen Aktienanteil zwischen 30 und 50 Prozent vorsieht, ist das klassische Depot für die Altersvorsorge. Es hat die richtige Mischung vor allem für Anleger über 40 Jahre, die noch mehr als zwei Jahrzehnte bis zur Rente vor sich haben. Das sagen zumindest die Anlageprofis. Eine geringere Aktienquote hieße zu wenig Rendite, eine höhere zu viel Risiko. „Bei einer Aktienquote von mehr als 50 Prozent müsste der Anleger es sich leisten können, auch mal eine Vermögenseinbuße von 20 Prozent wegzustecken. Das können nur wenige“, sagt der Leiter der Vermögensverwaltung von M.M. Warburg, Dieter Grosenick. Höhere Aktienquoten seien allenfalls bei jüngeren oder bei sehr wohlhabenden Anlegern zu vertreten.

Bei einer niedrigeren Aktienquote aber würde sich das Depotvermögen nicht rasch genug vermehren. Denn langfristig haben Aktien bisher eine höhere Rendite abgeworfen als Anleihen. Das gelte auch für den Deutschen Aktienindex (Dax), rechnet Grosenick vor. Der deutsche Standardwerteindex startete Ende 1987 mit 1 000 Punkten; inzwischen hat sich der Indexstand trotz der Baisse zu Beginn des Jahrzehnts fast versechsfacht. Der Rentenindex Rex hat sich in der gleichen Zeit verdreifacht. Damit hatten Anleihen eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent im Jahr, Aktien brachten Jahr für Jahr 9,5 Prozent – und das immerhin über einen Zeitraum von 18 Jahren.

Das ausgewogene Depot kann allerdings leicht ein Allerwelts-Portfolio werden, in das so manche Bank gerne steckt, was sie an Produkten im Angebot hat. Dagegen kann ein Anleger, der sich nicht alles aufschwatzen lassen will und eine klare Strategie verfolgt, seine Rendite deutlich aufbessern. Das haben zuletzt neben Grosenick auch Alex Borer von der LGT Bank Liechtenstein und Frank Lippitt von der Bank Gutmann vorexerziert, die nach Berechnungen des Ratinginstituts First Five in den vergangenen zwölf Monaten zu den besten in ihrer Klasse gehörten.

Verblüffend ist, dass die Verwalter mit sehr unterschiedlichen Anlagestrategien ähnlich hohe, zweistellige Renditen erzielt haben. Grosenick etwa greift auf die Arbeit seiner volkswirtschaftlichen Abteilung zurück und ermittelt so, in welchen Ländern und in welchen Branchen die Chancen zurzeit am besten sind. Er verschafft sich erst einmal das große Bild, danach richtet er dann seine Auswahl auf Aktien- und Anleihetiteln (Top-Down-Methode). Auf diese Weise hat sein getestetes Portfolio eine Rendite von knapp 20 Prozent erzielt.

Ganz anders Alex Borer, der Leiter der Investmentkoordination der LGT Bank in Liechtenstein. „Für uns sind fundamentale Daten nicht so entscheidend, wir gehen eher nach technischen Aspekten vor“, sagt er. Damit interessiert ihn vor allem die Psychologie der Anleger. Ist die Rally intakt, bleibt er dabei. Verliert sie an Schwung oder kommt es gar zu einer Korrektur, dann steigt er aus, unabhängig von den ökonomischen Daten. Er achtet auf Warnzeichen wie eine starke Euphorie, eine extrem gute Entwicklung oder Fondszuflüsse, die sich stark auf bestimmte Themen konzentrierten. Sein Ergebnis: 22 Prozent plus innerhalb von zwölf Monaten.

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