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Beim Erbe ist das Ziel Sicherheit

Durch Erbschaften werden in den kommenden zehn Jahren über zweieinhalb Billionen Euro allein in Deutschland den Besitzer wechseln. Doch ohne gute Beratung zahlen viele Erben teures Lehrgeld. Grundsätzlich gilt daher: keine unüberlegten, voreiligen Entscheidungen.

DÜSSELDORF. Über zweieinhalb Billionen Euro werden in den kommenden zehn Jahren allein in Deutschland durch Erbschaften den Besitzer wechseln. Das schätzt die Kölner Unternehmensberatung BBE. Für viele Menschen ist der erwartete Nachlass daher schon ein fester Bestandteil ihrer Vermögensplanung und Altersvorsorge. Doch ohne gute Beratung zahlen viele Erben teures Lehrgeld.

Betrug die durchschnittliche Erbschaft 1970 noch 14 320 Euro, waren es 20 Jahre später bereits 102 300 Euro (siehe „Erben wie nie zuvor“). Für 2010 wird geschätzt, dass im Schnitt 300 000 Euro nach dem Tod auf die Erben übergehen. Dabei ist diese hohe Durchschnittssumme sogar noch verzerrt. Denn vor allem zahlreiche Riesenvermögen werden in den kommenden Jahren auf die nächste Generation übergehen.

Die Aussicht auf derart viel Geld birgt jedoch auch Gefahren. „Gerade Erben sollten vor allem auf den Kapitalerhalt achten“, sagt Jörg Lilla, Geschäftsführer des Frankfurt Family Office, einer Tochtergesellschaft der BHF-Bank. Denn unter Umständen bleibt sonst nach einigen Jahren von dem Geld nur wenig übrig.

Auch für die Vermögensverwalter stellt eine Erbschaft immer eine besondere Herausforderung dar. „Am besten ist, wenn schon vor dem Todesfall die Erbschaft geregelt und mit allen Familienangehörigen besprochen wurde“, sagt Rüdiger Preuss, zuständig für Finanz- und Nachfolgeplanung beim Bankhaus Reuschel. Denn wer schnell zu viel Geld kommt, ist häufig überfordert, sagen die Experten. Dies werde umso schlimmer, wenn zusätzlich noch der Tod des Angehörigen verarbeitet werden muss.

Grundsätzlich gilt daher: keine unüberlegten, voreiligen Entscheidungen. Das Frankfurt Family Office, das Kunden ab einem Vermögen von rund 20 Millionen Euro betreut, setzt daher wie die meisten anderen Erbschaftsberater auch eine so genannte Quarantäne-Zeit von meistens drei bis fünf Monaten ein, in der das Geld nicht angetastet wird. Diese Auszeit schützt davor, dass die häufig mit Investitionsangeboten überschütteten Erben leichtsinnig ihr Geld investieren. Zudem kann die Zeit dafür genutzt werden, sich ein genaues Bild über das gesamte Vermögen und die Lebensplanung zu verschaffen. Darauf aufbauend wird dann ein passendes Finanzkonzept gestaltet.

Gemeinsam mit den Erben wird dabei zunächst ein Teil des Vermögens als „Quellkapital“ zur Seite gelegt. Dieses wird im besten Fall nicht angerührt und deckt mit den Zinsen den Lebensunterhalt ab. Deshalb wird das Geld auch sehr risikoarm und konservativ angelegt. Der größte Teil wird in Anleihen mit besonders geringem Risiko wie etwa Staatspapieren investiert. Sehr langfristig kann auch ein kleiner Teil in substanzstarke Aktien fließen.

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