Musterportfolio: Dynamisches Depot
Vorsicht, Wellen!

Risiko und Chance liegen in solchen dynamischen Depots nahe beieinander. Wer zu 100 Prozent auf Aktien setzt, der braucht vor allem eins: starke Nerven. Die Botschaft auch für Kleinanleger lautet: In Zeiten steigender Aktienmärkte liegen sie mit hohem Aktienanteil goldrichtig.

DÜSSELDORF. „Stellen sie sich vor, sie verlieren über Nacht den Gegenwert eines gut ausgestatteten Porsches – wie ist dann ihr Gefühl?“ Mit diesem Gedankenspiel stimmt der Bad Homburger Vermögensverwalter Oliver Meus seine wohlhabenden Kunden auf die Geldanlage in ein reines Aktienportfolio ein. Denn Risiko und Chance liegen in solchen dynamischen Depots nahe beieinander. Wer zu 100 Prozent auf Aktien setzt, der braucht vor allem eins: starke Nerven. Während im Abschwung das Geld für einen Porsche weg sein kann, winkt beim Aufschwung vielleicht so viel Gewinn, dass es für einen Ferrari reicht.

Die Botschaft auch für Kleinanleger lautet: In Zeiten steigender Aktienmärkte liegen sie mit hohem Aktienanteil goldrichtig. Das zeigt auch die Performance guter Vermögensverwalter.

Aber Vorsicht: Drei Jahre steigender Aktienkurse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aktien unter den gängigen Anlageformen die riskantesten sind. Obwohl der Deutsche Aktienindex (Dax) auf Jahressicht gut 36 Prozent zugelegt hat, ist er immer noch deutlich von seinem Rekordhoch vom Jahr 2000 entfernt. Wer also vor sechs Jahren in den Index investiert hat, steht mit seinem Depot noch immer in den roten Zahlen.

Das Renditeversprechen der reinen Aktienanleger ist daher nur auf lange Frist gültig. „Der Anlagehorizont sollte deutlich über sieben Jahren liegen“, sagt Dieter Grosenick, Leiter der Vermögensverwaltung bei MM Warburg. Rechnet man mit Zehn-Jahres-Zeiträumen, dann machen die Märkte ihre Verluste meist wieder wett. Wer 1964 in den Dax investiert hat, die Anteile bei Index-Änderungen jeweils angepasst hat und bis heute hält, kommt auf eine jährliche Rendite von 23 Prozent. Hätte er allerdings 1974 bereits wieder verkauft, dann wäre ein Minus von 16 Prozent pro Jahr herausgekommen.

Trotzdem: „70 bis 80 Prozent des Erfolgs hängen von der Höhe des Aktienanteils ab; die Auswahl der Aktien beeinflusst nur 20 bis 30 Prozent des Ergebnisses“, sagt Grosenick. Damit sich die Verluste der Depots im Fall der Baisse in Grenzen halten, setzen die Top-Vermögensverwalter auf ihren jeweils eigenen Anlagestil zur Auswahl der Einzeltitel. Fällt der gesamte Markt, dann halten sie mehr oder weniger große Teile des Portfolios flüssig, zum Beispiel als Festgeld oder in Geldmarktfonds, damit bleibt zumindest ein Teil des Wertes erhalten.

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