Musterportfolio
Kurs auf sichere Rendite

Auch konservative Anleger brauchen etwas Mut zum Risiko. Selbst dann, wenn sie ihr Geld einem Vermögensverwalter anvertrauen. Denn um auch bei konservativer Ausrichtung des Depots Rendite bringen zu können, legen die Verwalter bis zu 30 Prozent in Aktien an – auch wenn so gewisse Schwankungen und Kursverluste nicht ausgeschlossen sind.

FRANKFURT. „Dennoch haben Portfolios, die bis zu einem Drittel aus Aktien und ansonsten aus Anleihen bestehen, in vielen Marktphasen sogar ein geringeres Risiko als reine Rentendepots“, sagt Martin Ottmann, Leiter der Vermögensverwaltung bei der Weberbank Actiengesellschaft. Aktien und Anleihen entwickeln sich oft gegenläufig, so dass durch die Streuung über beide Anlageklassen das Risiko sinkt.

Kurzfristige Verluste sind aber nicht ausgeschlossen, und deshalb sollten Anleger vor allem einen längeren Anlagehorizont mitbringen. „Mindestens fünf Jahre“, sagt Georg-Viktor Dax, Vorstand bei der Raiffeisen Vermögensverwaltung. „Über diesen Zeitraum ist es sehr unwahrscheinlich, dass Anleger mit einem konservativen Portfolio einen Verlust machen.“ Der Grund: Wenn nur ein kleiner Teil des Depots in Aktien investiert ist, können Kursverluste vergleichsweise schnell ausgeglichen werden. Und bei Anleihen erstklassiger Bonität sind Totalverluste praktisch ausgeschlossen; am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Nennwert zu 100 Prozent zurück. In den vergangenen beiden Jahren ließen sich mit Anleihen bei aktivem Handel auch noch Kursgewinne erzielen. Die Aussichten dafür sind angesichts der hohen Bewertungen der Zinspapiere inzwischen aber gering.

In den vergangenen beiden Jahren legten die Top-Performer in der konservativen Anlage aber vor allem wegen der kräftigen Kursgewinne an den Aktienmärkten zu. Die Branchenbesten werden regelmäßig vom unabhängigen Ranking-Institut Firstfive ermittelt. Allerdings sind die Portfoliomanager für das laufende Jahr nicht mehr ganz so optimistisch, was die weitere Entwicklung betrifft. „Mit Euro-Anleihen dürfte sich 2006 nur noch die laufende Verzinsung verdienen lassen; bei Aktien sind nicht mehr als sechs bis acht Prozent zu erwarten“, sagt Raiffeisen-Vorstand Dax.

Die Vermögensverwalter sind aber überzeugt, dass sich auch in Zukunft mit den vorsichtig gemischten Portfolios mehr Rendite erwirtschaften lässt als mit reinen Rentenfonds. Im Hinblick auf das Ausmaß der Aktiengewichtung in ihren konservativen Depots gibt es zwischen den Vermögensverwaltern allerdings Unterschiede. So halten die Raiffeisen Vermögensverwaltung und die zur WestLB gehörende Weberbank Actiengesellschaft derzeit einen Aktienanteil von etwa 24 beziehungsweise etwa 28 Prozent, während die PSM Vermögensverwaltung GmbH lediglich zehn Prozent in Aktien anlegt.

Grundlage aller konservativen Depots sind aber in jedem Fall die festverzinslichen Wertpapiere. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Staatsanleihen aus dem Euro-Raum, die zwar zurzeit wenig Rendite abwerfen, aber dafür als besonders sicher gelten. Die Experten setzen aktuell vor allem auf kurze Laufzeiten, weil sie bei Langläufern noch Kursverluste befürchten. „Wenn die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe aber die Marke von etwa 3,90 bis vier Prozent erreicht hat, sähen wir das schon wieder als attraktives Einstiegsniveau, denn danach sollte sich der Rentenmarkt seitwärts bewegen“, meint Vermögensverwalter Dax.

Auch Ottmann von der Weberbank erwartet, dass sich die Lage am Rentenmarkt bald stabilisiert. Ist das geschehen, will er die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer, die so genannte Duration, des Anleiheportfolios wieder verlängern. Die PSM Vermögensverwaltung dagegen legt derzeit das Schwergewicht auf den Geldmarkt, wo sie 60 Prozent des konservativen Portfolios anlegt.

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