Mut gefragt
Die Sternstunden der Antizykliker

Die Märkte scheinen oft nur eine Richtung zu kennen. Antizykliker setzen dagegen – und plötzlich sind sie die Trendsetter. Historische Marken und Wendepunkte im Überblick.

1982: Im August schockt Mexiko die Finanzmärkte: Das Land kann seine Schulden nicht mehr bedienen. Die Aktienmärkte sind ausgebombt – und heben exakt an diesem Tag zum Superbullenmarkt der Achtzigerjahre ab.

1987: Den 20-Prozent-Crash am „Schwarzen Montag“ im Oktober holen die Märkte binnen 18 Monaten wieder auf.

1993: US-Präsident Bill Clinton plant harsche Preiskontrollen für Medikamente; Pharmaaktien brechen ein. Nachdem sich die Pläne zerschlagen, verfünffachen sich die Kurse von „Big Pharma“ zwischen 1994 und 2000.

1997/1998: Viele Anleger verbrennen sich in Schwellenländern die Finger. Nach Krisen in Asien und Russland erlahmt die Wirtschaft weltweit. Das sorgt für Druck auf den Ölpreis, der auf unter zehn Dollar je Barrel sinkt. Zehn Jahre später kostet ein Barrel Öl 70 Dollar, und die Schwellenländerbörsen eilen von einem Allzeithoch zum nächsten.

2000: Die Spekulationsblase der Biotech-Aktien platzt, der Biotech-Leitindex gibt binnen zwei Jahren um 60 Prozent nach. Und holt dennoch alle Verluste wieder auf: Im April 2007 steigt er wieder über das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2000.

2001: Gold taumelt mit 260 Dollar je Unze in der Nähe seines 20-Jahres-Tiefs, selbst Zentralbankchefs drohen die Nerven zu verlieren und wollen Goldreserven liquidieren. Doch während die Aktienmärkte in eine tiefe Baisse schlittern, klettert der Goldpreis bis Ende 2003 um 50 Prozent, heute kostet eine Unze 670 Dollar.

Und heute? Über einen Zeitraum von zehn Jahren zählen aus Sicht eines Anlegers der Euro-Zone die Aktienmärkte Japans, Indonesien, Thailands und Argentiniens zu den Flop-Märkten. Über fünf Jahre halten US-Aktienmärkte die rote Laterne (siehe Interview). Standardwerte entwickelten sich seit sechs Jahren weit schlechter als Nebenwerte. Im Rohstoffmarkt liegen Baumwolle und Zucker über fünf Jahre am Ende der Performance-Rangliste.

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