Nach Börsencrash
China wehrt sich gegen Spekulanten

In Schanghai und Shenzhen gelten nach dem Kurssturz strengere Vorschriften für sogenannte Leerverkäufe. Damit will die Regierung einen weiteren Rückgang des Marktes verhindern. Doch die neuen Regeln bergen auch Gefahren.
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SchanghaiChina hat nach dem großen Kurssturz an den Börsen die Regeln für Händler erneut verschärft. In Shanghai und Shenzhen gelten seit Dienstag strengere Vorschriften für sogenannte Leerverkäufe von Aktien, bei denen Anleger auf fallende Kurse wetten. Demnach dürfen die Papiere nicht an einem Tag geliehen, verkauft und dann zurückgekauft werden. „Die Regierung tut alles was sie kann, um einen weiteren Rückgang des Markts zu verhindern“, sagte Samuel Chien vom Broker BoomTrend Investment Management. Anleger zeigten sich ermutigt: Die Kurse an den chinesischen Börsen legten wieder deutlich zu.

Bei Leerverkäufen verkaufen Investoren geliehene Aktien in der Hoffnung, diese bis zur Rückgabe der Papiere billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können. Je länger die Ausleihfrist, desto größer ist das Risiko, dass der Plan nicht aufgeht.

Größere Handelshäuser wie Citic Securities und Huatei Securities kündigten an, ihr Geschäft mit Leerverkäufen vorübergehend einzustellen. Die neuen Regeln dienen aus Sicht der Behörden zur Stabilisierung der Aktienmärkte, die seit Mitte Juni um mehr als 30 Prozent eingebrochen sind.

Doch Kritiker verweisen darauf, dass Leerverkäufe vor allem bei Terminkontrakten auf Aktienindizes auch zur Absicherung von anderen Transaktionen dienten. Wenn Investoren diese Möglichkeit verwehrt bleibe, würden sie sich womöglich aus den chinesischen Aktienmärkten zurückziehen und verstärkt Papiere abstoßen.

„So könnten sich die Marktschwankungen noch verstärken, die eigentlich verhindert werden sollen“, warnte ein Derivate-Händler in Hongkong. Bereits Anfang Juli hatten die chinesischen Behörden angekündigt, gegen „illegale Machenschaften“ auf den Aktien- und Terminmärkten vorzugehen. Unter anderem sollen Leerkäufe geahndet werden, die mit „böswilliger Absicht“ getätigt würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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