Nach dem Brexit-Referendum

Anleger setzen auf Gold und Währungen

Der Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union lässt Kurse von Staatsanleihen und Edelmetallen klettern. Auch manche Währungen profitieren. Wie Anleger sich nach dem Brexit verhalten.
Viele Anleger setzen darauf, ihre Anlagen zu schützen – etwa indem sie in Gold investieren. Quelle: dpa
Portugiesische Festung Guimaraes

Viele Anleger setzen darauf, ihre Anlagen zu schützen – etwa indem sie in Gold investieren.

(Foto: dpa)

FrankfurtSicherheit steht bei Anlegern nicht erst seit dem Brexit-Votum hoch im Kurs. Schon seit geraumer Zeit wird bei der Finanzanlage oft auf Rendite verzichtet, nur um Kapitalverlusten vorzubeugen. Das Sicherheitsbestreben hat so weit geführt, dass - anstatt Zinsen zu erhalten - für die sichere Geldverwahrung bezahlt wird.

Dieses Anlegerverhalten ist nachvollziehbar: Wenn Sturm aufzieht, suchen Menschen Schutz. Ganz ähnlich verhalten sich Finanzprofis und Kleinanleger. Zurzeit ist nicht absehbar, wie sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU entwickeln werden. Vieles scheint denkbar, angefangen vom „Ausstieg aus dem Ausstieg“ - also einer Absage des Brexit - bis hin zur wirtschaftlich schädlichen Einführungen von Zöllen im Handel zwischen dem Königreich und der EU. Das sorgt für große Unsicherheit, was sichere Finanzanlagen um so wertvoller erscheinen lässt.

Einer der bedeutsamsten Rückzugsorte in unwägbaren Zeiten sind Anleihen von Staaten, die als wirtschaftlich stabil und finanziell solide gelten. Dazu zählen in erster Linie die weltgrößte Volkswirtschaft USA sowie Deutschland. Aber nicht nur die Kreditwürdigkeit zählt - wichtig ist auch, dass die jeweiligen Märkte groß sind. Denn nur so ist sichergestellt, dass die Anlagen rasch und unkompliziert wieder zu veräußern sind, wenn sich der Finanzsturm legt. Das trifft auf die Anleihemärkte der USA und Deutschlands zweifelsfrei zu, zählen sie doch zu den größten der Welt.

Diese Aktien brechen Rekorde – im Guten wie im Schlechten

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,02 -0,11%
+15,16€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
1 von 29

Für die Deutsche Bank wurde das erste Halbjahr 2016 zu einem kurstechnischen Albtraum. Die Aktie rutschte von einem Tief ins nächste. Besonders stark nahm sie das Brexit-Votum mit. In dessen Folge rutschten die Papiere auf ein Rekordtief von 12,05 Euro. Damit war die Aktie der schlechteste Wert über alle Indizes (Dax, MDax, TechDax und SDax) hinweg.

Schlusskurs 30. Juni: 12,33 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -45,3 Prozent

GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005800601
Börse
L&S

-0,01 -0,05%
+13,18€
Chart von GFT TECHNOLOGIES SE INHABER-AKTIEN O.N.
GFT Technologies
2 von 29

Für den im TecDax gelisteten Finanzsoftware-Spezialisten GFT war das erste Halbjahr ebenfalls kein Zuckerschlecken. Das Unternehmen geriet wegen der Übernahme einer brasilianischen Firma namens W.G. unter Druck.

Schlusskurs 30. Juni: 17,9 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -43,3 Prozent

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

+0,29 +0,74%
+39,61€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger
3 von 29

Die Bilfinger-Aktie hatte bereits im vergangenen Jahr eine rasante Achterbahnfahrt hingelegt. Gewinnwarnung folgte auf Gewinnwarnung und auch die Halbjahresbilanz des Baukonzerns für 2016 fällt bescheiden aus.

Schlusskurs 30. Juni: 8,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,4 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
L&S

+0,06 +0,48%
+13,09€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank
4 von 29

Im Zuge der jüngsten Börsenturbulenzen kam auch die Aktie der Commerzbank heftig unter Druck. Sie teilt ihr Schicksal mit vielen europäischen Banken.

Schlusskurs 30. Juni: 5,8 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -39,1 Prozent

FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
FI4000106299
Börse
L&S

-0,98 -3,27%
+28,82€
Chart von FERRATUM OYJ REGISTERED SHARES O.N.
Ferratum
5 von 29

Ins Straucheln geriet auch der finnische Kleinkredit-Anbieter Ferratum, der im Kleinwerteindex SDax gelistet ist. Zuletzt kündigte die Firma an, die Zinsen aufs Tagesgeld zu senken. Der Aktie tat das nicht gut. Seit Jahresbeginn verlor sie fast 40 Prozent.

Schlusskurs 30. Juni: 18,40 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -38,6 Prozent

SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WAF3001
Börse
L&S

+1,73 +1,26%
+138,00€
Chart von SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siltronic
6 von 29

Angesichts trüber Geschäftsaussichten haben viele Anleger beim Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic die Reißleine gezogen. Ende April reduzierte die Tochtergesellschaft von Wacker Chemie nach einem schwachen Jahresauftakt ihre Umsatzprognose für 2016.

Schlusskurs 30. Juni: 14,5 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,8 Prozent

MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006632003
Börse
L&S

+0,36 +0,42%
+86,53€
Chart von MORPHOSYS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Morphosys
7 von 29

Hohe Forschungskosten haben das Ergebnis des Biotech-Unternehmens Morphosys gedrückt und der Aktie außerdem eine Kursziel-Herabstufung durch JP Morgan beschert. Allerdings gibt es seit Juni auch einen Lichtblick: Vielversprechende Testergebnisse eines Mittels gegen Blutkrebs haben die Aktie zuletzt angeschoben.

Schlusskurs 30. Juni: 37,3 Euro

Performance seit dem 1. Januar: -35,3 Prozent

Wie stark der Zustrom in als sicher bewertete Staatsanleihen zurzeit ist, zeigt sich in der Kurs- und der Renditeentwicklung. Die hohe Nachfrage treibt die Wertpapierkurse, was ihre Renditen fallen lässt. Denn die Effektivverzinsung errechnet sich aus dem Kurs beim Kauf des Wertpapiers und den Zinszahlungen, die bei den meisten Staatsanleihen gleich bleibt.

Die Nachfrage nach Staatsanleihen ist zurzeit so hoch, dass die Wertpapierkurse immer weiter steigen. Das hat dazu geführt, dass die Renditen für deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren negativ sind. Anleger müssen also unter dem Strich etwas bezahlen, wenn sie ihr Geld beim deutschen Staat sicher deponiert wissen wollen. Noch drastischer ist die Lage in der Schweiz: Dort rentierten Staatsanleihen mit bis zu 40 Jahren Laufzeit negativ.

Gold mit einem Plus von 25 Prozent
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