Nach dem Brexit-Referendum
Anleger setzen auf Gold und Währungen

Der Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union lässt Kurse von Staatsanleihen und Edelmetallen klettern. Auch manche Währungen profitieren. Wie Anleger sich nach dem Brexit verhalten.

FrankfurtSicherheit steht bei Anlegern nicht erst seit dem Brexit-Votum hoch im Kurs. Schon seit geraumer Zeit wird bei der Finanzanlage oft auf Rendite verzichtet, nur um Kapitalverlusten vorzubeugen. Das Sicherheitsbestreben hat so weit geführt, dass - anstatt Zinsen zu erhalten - für die sichere Geldverwahrung bezahlt wird.

Dieses Anlegerverhalten ist nachvollziehbar: Wenn Sturm aufzieht, suchen Menschen Schutz. Ganz ähnlich verhalten sich Finanzprofis und Kleinanleger. Zurzeit ist nicht absehbar, wie sich die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU entwickeln werden. Vieles scheint denkbar, angefangen vom „Ausstieg aus dem Ausstieg“ - also einer Absage des Brexit - bis hin zur wirtschaftlich schädlichen Einführungen von Zöllen im Handel zwischen dem Königreich und der EU. Das sorgt für große Unsicherheit, was sichere Finanzanlagen um so wertvoller erscheinen lässt.

Einer der bedeutsamsten Rückzugsorte in unwägbaren Zeiten sind Anleihen von Staaten, die als wirtschaftlich stabil und finanziell solide gelten. Dazu zählen in erster Linie die weltgrößte Volkswirtschaft USA sowie Deutschland. Aber nicht nur die Kreditwürdigkeit zählt - wichtig ist auch, dass die jeweiligen Märkte groß sind. Denn nur so ist sichergestellt, dass die Anlagen rasch und unkompliziert wieder zu veräußern sind, wenn sich der Finanzsturm legt. Das trifft auf die Anleihemärkte der USA und Deutschlands zweifelsfrei zu, zählen sie doch zu den größten der Welt.

Wie stark der Zustrom in als sicher bewertete Staatsanleihen zurzeit ist, zeigt sich in der Kurs- und der Renditeentwicklung. Die hohe Nachfrage treibt die Wertpapierkurse, was ihre Renditen fallen lässt. Denn die Effektivverzinsung errechnet sich aus dem Kurs beim Kauf des Wertpapiers und den Zinszahlungen, die bei den meisten Staatsanleihen gleich bleibt.

Die Nachfrage nach Staatsanleihen ist zurzeit so hoch, dass die Wertpapierkurse immer weiter steigen. Das hat dazu geführt, dass die Renditen für deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren negativ sind. Anleger müssen also unter dem Strich etwas bezahlen, wenn sie ihr Geld beim deutschen Staat sicher deponiert wissen wollen. Noch drastischer ist die Lage in der Schweiz: Dort rentierten Staatsanleihen mit bis zu 40 Jahren Laufzeit negativ.

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Gold mit einem Plus von 25 Prozent

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