Nach dem Kursschock
Die Rückkehr des Risikos – und die Folgen für den Anleger

V-Dax steigt Die Unsicherheit an den Börsen wächst. Wie stark, das zeigt der Blick auf den V-Dax. Der Index berechnet, welche Schwankungen Investoren erwarten. Seit Dienstag stieg der V-Dax in der Spitze um fast 50 Prozent auf 20. Marktteilnehmer erwarten demnach, dass der Dax in den nächsten 30 Tagen um 20 Prozent schwankt. Der Anstieg ist spektakulär, die Höhe aber nicht. Denn der Durchschnitt liegt bei rund 25. Das verdeutlicht, wie sorglos Anleger lange Zeit waren und mögliche Gefahren ausblendeten. Denn V-Dax-Werte zwischen zehn und 15 – wie in den vergangenen Monaten – liegen nahe am historischen Tiefpunkt.

Profis steigen aus

Was steckt hinter dem Anstieg? Sorgen um die chinesische Börse und die Angst vor einer schwächeren US-Konjunktur verleiteten viele Anleger zu raschen Verkäufen. Zu wenig „Schnäppchenjäger“ hielten dagegen. Daraus ergab sich ein kräftiges Auf und Ab. Die Schwankungen und der V-Dax stiegen, die Kurse aber fielen.Wichtiger ist: Viele professionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionsfonds steuern ihre Investitionen nach dem „Value-at-Risk-Konzept“. Dabei geht es um die Prognose, wie wahrscheinlich an einem Handelstag bestimmte Verluste sind. Daraus ergeben sich Rückschlüsse auf das Gesamtrisiko. Es erleichtert Investoren die Entscheidung, wie stark sie sich im Markt engagieren und ihre Positionen absichern. Vereinfacht gilt: Je höher der V-Dax, desto weniger – kreditfinanzierte – Käufe der Profis.

Kurse sinken

Daraus folgt: Sollten sich die Sorgen vergrößern und die Verkäufe der vorsichtiger gewordenen Profis, die sich nach „Value-at-Risk“ orientieren, nicht aufgefangen werden, rutschen die Kurse weiter ab. Der V-Dax steigt, und die Profis verkaufen angesichts höherer Risiken weiter. In ausgeprägter Form bot sich dieses Szenario zwischen Herbst 2002 und Frühjahr 2003. Damals brachen die Börsen ein; der V-Dax schnellte auf die Rekordhöhe von über 60. Die Alternative: Es finden sich genügend Käufer und „Schnäppchenjäger“, die die Kurse stabilisieren oder gar nach oben treiben. In beiden Fällen sinkt der V-Dax, und „Value-at-Risk“ signalisiert den Profis, zukünftig wieder mehr Risiko zu wagen.

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