Nach den Kursstürzen von Ryanair und Easyjet hoffen Anleger auf eine Konzentrationswelle
Sinkflug an der Börse verschafft Billigfliegern neues Potenzial

Die Aktien der Billigflieger stehen unter Druck, nachdem die Papiere von Ryanair und und Easyjet regelrecht abgestürzt sind.

DÜSSELDORF. Das Ryanair-Papier hat seit Jahresbeginn um 30 Prozent nachgegeben. Bei dem Konkurrenten Easyjet belaufen sich die Kursverluste sogar auf rund 40 Prozent. Und die Aussichten sind vorerst nicht gerade gut. Zum einen drängt der Touristik-Riese Thomas Cook mit der wiederbelebten Marke „Condor“ auf den ohnehin hart umkämpften Markt. Zum anderen lässt der hohe Ölpreis und der immer stärker tobende Preiskampf die Margen schrumpfen. Wie anfällig die Papiere sind, zeigte sich gestern. Als Easyjet für das laufende Geschäftsjahr eine Gewinnwarnung aussprach, gab die Aktie des zweitgrößten europäischen Billigfliegers zeitweise über 20 Prozent nach. Eine Investition in die Titel ist somit zwar riskant, könnte sich langfristig aber durchaus auszahlen.

Denn seit Ryanair Ende Januar mit der ersten Gewinnwarnung in seiner Unternehmensgeschichte einen Schlussstrich unter die bis dahin makellose Erfolgsgeschichte der Billigflieger zog, sind die Anleger scheu geworden. Innerhalb weniger Stunden büßte der Titel fast 30 Prozent seines Wertes ein. Auch das Easyjet-Papier rutschte vor gut einem Monat schon einmal um rund 25 Prozent ab, als der Konzern erstmals bekannt gab, das Geschäftsjahr könnte sich schlechter entwickeln als erwartet. Die Analysten sind sich zwar einig, dass die Flugkonzerne bei den derzeitigen Kursen unterbewertet sind – rechnen aber kurzfristig nicht mit einer Erholung. „Die Anleger sind einfach verunsichert“, sagt Mario Kristl von Helaba Trust.

Daran konnten auch die vor einer Woche von Ryanair vorgelegten Quartalszahlen nichts ändern. Zwar hat der Branchenprimus die im Januar deutlich zurückgeschraubten Markterwartungen leicht übertroffen – jedoch dominiert in der Quartalsbilanz weiterhin der Rotstift: Unterm Strich blieb ein Verlust von 3,3 Millionen Euro. Noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten die Iren einen Reingewinn von über 45 Millionen Euro erwirtschaftet.

„Die Euphorie in der Branche ist wie verflogen“, erklärt Ulrich Horstmann von der Bayerischen Landesbank. Denn mittlerweile sei das Geschäft von sinkenden Margen geprägt. Schuld daran ist zum einen der hohe Ölpreis. Denn mit jeden Cent, der mehr für den Rohstoff zu zahlen ist, verteuert sich auch der Treibstoff Kerosin. Noch mehr drücke allerdings der harte Wettbewerb und Preiskampf auf die Gewinne. Momentan gehe es den Airlines vor allem darum, mit immer neuen Angeboten Marktanteile zu gewinnen, sagt Kristl. Die Rentabilität bleibe oftmals auf der Strecke.

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