Nach Einbruch vor Ostern
Metallpreise legen wieder zu

Vor Ostern gab es noch massive Verluste, jetzt ziehen die Preise an den Metallbörsen wieder an. Hauptgrund ist vor allem der unersättliche Hunger Chinas nach dem Rohstoff. Experten halten Industriemalle deshalb sogar weiterhin für unterbewertet.

LONDON. An den Metallbörsen in London, New York und Schanghai kommt es nach wie vor zu überdurchschnittlich heftigen Preisausschlägen. Dennoch konnte ein großer Teil der Verluste aus der Woche vor Ostern wieder ausgeglichen werden. Wegen des erhöhten Engagements von Hedge-Fonds und des unsicheren Ausblicks für die Weltwirtschaft rechnen Analysten auch weiterhin mit überdurchschnittlich heftigen Preisausschlägen an den Märkten.

Am Markt spielen gleich mehrere Faktoren für Preisbewegungen nach unten oder oben eine wichtige Rolle. Dazu zählt zum einen die Furcht, die Rezession in den USA könne auch auf andere Regionen übergreifen und sogar das Wachstum Chinas schmälern. Zum anderen gilt das Augenmerk vieler Marktteilnehmer unverändert den möglichen oder bereits eingetretenen „supply shocks“, den Angebots- und daraus folgenden Versorgungsengpässen bei den verschiedenen Metallen.

Denn nach wie vor wächst der Importbedarf Chinas rapide; hier schlagen sich Produktionsverluste während des Winters nieder. Überdies folgten die Industriemetalle wegen ihrer Nähe zur Realwirtschaft den Kursen an den Aktienbörsen. „Deren Erholung hat auch bei der jetzigen Erholung der Metallpreise nachgeholfen“, meint Alex Heath Chef des Metallhandels bei RBC Capital Markets.

Viele Analysten, darunter Kevin Norrish von Barclays Capital und Michael Lewis von der Deutschen Bank, erklären die robusten Preise des Sektors mit fundamentalen Gründen. Sie halten die Industriemetalle nach wie vor für unterbewertet, vor allem wegen des scheinbar unersättlichen Bedarfs Chinas und der weltweit über die Jahre nur unzulänglich erweiterten Produktionskapazitäten. Dazu kämen jetzt zunehmend Produktionsausfälle wegen Stromverknappungen.

Barclays Capital hat zehn wichtige Produzentenländer identifiziert, in denen Produktionsausfälle wegen Energiemangels drohen oder bereits eingetreten sind. Die Ausfälle würden damit über die bereits eingetretenen Verluste in Südafrika, China und Chile hinausgehen. Knapp könnte der Strom auch in Indonesien, Thailand, Indien und Australien werden, mitunter wegen zunehmenden Wassermangels für die Stromherstellung durch Wasserkraft. Brasilien sei bereits davon betroffen.

Sollte auch in Chile – das Land hängt zu 54 Prozent von Wasserkraft ab – der Strom auf Dauer rationiert werden, würde dies die dortige Kupferproduktion stark treffen, warnt Michael Lewis von der Deutschen Bank. Die chilenische Codelco, der größte Kupferexporteur der Welt, hatte darüber hinaus noch eine weitere Hiobsbotschaft für den Kupfermarkt. Im Coldeco Norte Komplex, so die Gesellschaft, werde der Ausstoß 2008 wegen eines deutlich geringeren Kupfergehalts der geförderten Erze um über sechs Prozent schrumpfen.

Seite 1:

Metallpreise legen wieder zu

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%