Nach Fed-Entscheidung
Wo Anleger jetzt einsteigen sollten

Um die Wirtschaft anzukurbeln, pumpt die US-Notenbank 600 Mrd. Dollar in die Märkte. Der Erfolg des Manövers ist zweifelhaft, die Angst vor einer Pleitewelle unter den Banken und einem Ausufern der Staatsschulden bleibt. Was sollen Anleger tun? Wo investieren? Die besten Anlagetipps für Risikofreudige und Risikoscheue.
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Aktien ergeben, gerade vor dem Hintergrund der gestiegenen Inflationsgefahr, langfristig mehr Sinn als lang laufende Staatsanleihen: Unternehmen, die etwas herstellen, was global jeder braucht - Energie, Nahrung, Medikamente, Rohstoffe - haben eine gewisse Preissetzungsmacht und können bei anziehender Teuerung die nominal gestiegenen Umsätze in Gewinn ummünzen - und im Idealfall als Dividenden auszahlen.

Das funktionierte schon einmal: In den 1970ern - auch ein Jahrzehnt mit hoher und stetig steigender Inflation - gab es in den USA die berühmten "Nifty Fifty", 50 große US-Konzerne mit hoher Marken- und Preismacht, wie zum Beispiel Kodak, IBM und Avon. Wohlmöglich gibt es in den 2010ern neue, globale Nifty Fifty.

Und Unternehmen wie Novartis (Pharma), Cisco (Telekommunikation) oder Nestlé (Nahrung) sind außerdem solide finanziert und können sich auf dem Kapitalmarkt günstig refinanzieren. Da sie in allen Erdteilen Umsatz und Gewinn machen, können einzelne Staaten nur schwer ihre üppigen Gewinne abschöpfen. Für globale Blue Chips spricht außerdem, dass die großen Akteure am Kapitalmarkt im Durchschnitt noch nie so wenig Aktien hatten wie zurzeit. Seit Jahren gewichten sie Anleihen über.

Das liegt auch daran, dass hauptberufliche Großanleger - etwa die Geldmanager bei Versicherungen und Pensionsfonds - stets danach trachten, nur ja nicht ihren jeweils letzten großen Fehler zu wiederholen - und der letzte große Fehler war ein zu hoher Aktienanteil und ein zu großer Verlust mit jenen.Seit 2008 sind per saldo 270 Milliarden Dollar aus US-Aktienfonds abgeflossen, Rentenfonds flossen 500 Milliarden Dollar zu.

Auch deutsche Versicherungen halten nur noch drei Prozent in Aktien; vor zehn Jahren waren es immerhin noch zwölf Prozent. Gut möglich, dass auch sie sich langfristig wieder mehr dem Aktienmarkt zuwenden und weniger lang laufenden Staatsanleihen, in denen sie bis jetzt ihr Geld parken. Die Renditen sprechen dafür: Europas 50 größte Konzerne zahlen im Schnitt 4,1 Prozent Dividendenrendite. Sie liegen damit fast doppelt so hoch wie Bundesanleihen - ein Novum in der Finanzgeschichte.

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  • ihre Überlegungen sind schön und gut und auch richtig, nur, was soll ein Anleger damit anfangen? Sich einen bauchladen zusammenkaufen? Die wichtigen Strukturfragen kommen bei vielen Anlageüberlegungen viel zu kurz. Nicht nach dem Motto:Mustervorschläge für risikofreudig bis konservativ, sondern: was will der Anlager mit dem Geld auf Dauer anfangen und vor allem, in welcher Lebensphnase ist er, also je älter, desto geringer der Risikoanteil. Erst danach kann man ins Detail gehen. Übrigends: ich halte das Risiko von Zinssteigerungen bei Anleihen für höher, als von ihnen geschildert. Darauf sollte sich jeder Anleger vorbereiten.

  • "You could take all the gold that's ever been mined, and it would fill a
    cube 67 feet in each direction. For what that's worth at current gold
    prices, you could buy all -- not some -- all of the farmland in the
    United States. Plus, you could buy 10 Exxon Mobils, plus have $1
    trillion of walking-around money. Or you cou...ld have a big cube of metal. Which is going to produce more value?" - buffett

    Telefonica's bonität wird zurecht als spitze eingestuft, warum sollten von NEUN weiteren (ähnlichen?) Unternehmen Anleihen erworben werden? Warum sollte das tatsächlich sicherer sein?

  • Geschätzte 4 billionen Dollar stiegen in der Krise von Aktien in die Geldmärkte um. Weniger als die Hälfte sind bisher zurück gekehrt. Falls Großanleger wie Versicherungen, Gewerkschafts- und Pensionsfonds jetzt zu Aktien zurück kehren, dürfte die Hausse noch einige Zeit anhalten.

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