Nach jüngstem Kursplus
T-Aktie knapp unter Fünfjahreshoch

Ganz heimlich hat sich die T-Aktie an der Börse nach oben gehangelt – und in den vergangenen sechs Monaten sogar die fünftbeste Wertentwicklung aller Titel im Deutschen Aktienindex (Dax) erzielt. Doch ob sich der Aufwärtstrend so weiter fortsetzt, ist aus Sicht von Experten fraglich. Analysten sehen nur noch wenig Kurspotenzial.

FRANKFURT. Am Ende waren es dem Vorstand einfach zu viele negative Schlagzeilen. Genervt von der Doping-Diskussion zogen die Oberen des Bonner Konzerns vorgestern die Reißleine: 16 Jahre, nachdem erstmals ein Radsportler im magenta-farbenen Trikot auf die Straße ging, beendet die Deutsche Telekom ihr Sponsoring. Man habe „eine Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern, Kunden und Aktionären“, sagte Telekom-Vorstand Hamid Akhavan.

Dabei dürfte die schlechte Publicity den Aktionären der Telekom in jüngster Zeit herzlich egal gewesen sein. Denn ganz heimlich hat sich die T-Aktie an der Börse nach oben gehangelt. In den vergangenen sechs Monaten hat sie die fünftbeste Wertentwicklung aller Titel im Deutschen Aktienindex (Dax) erzielt, den Leitindex selbst hat sie klar abgehängt: Während der Dax auf Halbjahressicht leicht zurückfiel, schaffte die Telekom ein Plus von zwölf Prozent. Mit Kursen über 15 Euro ist die T-Aktie nicht mehr weit von ihrem Fünfjahreshoch bei 16,84 Euro aus dem Januar 2005 entfernt.

Doch ob sich der Aufwärtstrend so weit fortsetzt, ist aus Sicht von Experten fraglich. Nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg empfehlen zurzeit 18 Analysten die Titel zum Kauf, ebenso viele sagen „halten“ und immerhin zehn Bankfachleute raten, die T-Aktie zu verkaufen. Und selbst die Kursziele der größten Optimisten reichen nicht über 16,50 Euro hinaus.

Dabei ist das Umfeld für Telekomaktien insgesamt im Moment sehr positiv. Auf der Suche nach Sicherheit wenden sich viele Anleger defensiven Sektoren zu. Die Analysten der UBS haben ihre Empfehlung für die Branche kürzlich von „neutral“ auf „übergewichten“ erhöht, da Telekomtitel im Vergleich zu anderen Aktien weniger konjunkturanfällig seien. Zudem könnten die Unternehmen des Sektors ihr Umsatzwachstum beschleunigen, stünden fundamental relativ gut da und seien im Vergleich zu anderen defensiven Sektoren attraktiv bewertet.

Im Vergleich zu vielen europäischen Konkurrenten hat die Deutsche Telekom auf dem Heimatmarkt aber hart zu kämpfen. 10 Jahre nach Öffnung der Telekommunikationsmärkte leidet sie in allen Bereichen unter sinkenden Kunden- und Umsatzzahlen. Auch die insgesamt guten Zahlen für das dritte Quartal hätten keine Anzeichen für eine Wende im Heimatgeschäft geliefert, bemängeln die Analysten von Standard & Poor’s in einer Studie. Für Enttäuschung sorgte bei Analysten zudem die Prognose von Vorstandschef René Obermann, der für 2008 nur einen stagnierenden Gewinn in Aussicht stellte.

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