Nachgefrag: Tobias Levkovich
„Ängstlich, wenn andere gierig sind"

Drei Fragen an Tobias Levkovich, US-Chefstratege bei Smith Barney, Tochter der weltgrößten Bank Citigroup.

Sie haben das gute Aktienjahr 2003 vorhergesagt. Warum erwarten Sie 2004 Verluste an den US-Börsen?

Unsere Volkswirte prognostizieren für das nächste Jahr ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 5 %. Das heißt aber, dass die Anleiherenditen steigen werden. Und höhere Zinsen schaden den Aktienmärkten. Die hohe Bewertung macht die amerikanischen Börsen anfällig für eine Korrektur.

Also sollten Anleger ihre US-Aktien verkaufen?

Jetzt noch nicht. Im ersten Quartal dürften die Kurse zunächst weiter steigen. Anleger sollten ihre Strategie aber wechseln, wenn die Stimmung zu euphorisch wird und wenn die Analysten ihre Gewinnprognosen so weit anheben, dass die Unternehmen kaum noch positiv überraschen können. Im nächsten Jahr gilt die alte Weisheit von US-Milliardär Warren Buffett besonders: ‚Seien Sie an der Börse ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.'

Gibt es US-Aktien, die Anleger das ganze Jahr 2004 hindurch halten können?

Der Sachversicherer Allstate profitiert von steigenden Prämien. Zudem hat das höchste US-Verfassungsgericht kürzlich einen engeren Rahmen gesteckt für Schadensersatzurteile, die bislang oft sehr hoch ausfallen. Das hilft den Versicherern. Außerdem empfehle ich die Hotelaktie Marriott International und den Schiffsreiseveranstalter Carnival Cruise Lines. Die Amerikaner haben nach zwei Jahren mit Terror, Krieg und Konjunkturflaute einen echten Nachholbedarf beim Reisen.

Die Fragen stellte Tobias Moerschen.

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