Nachgefragt: Allan Conway
"Die Märkte sind günstig bewertet"

Allan Conway isr Leiter des Aktienbereichs Emerging Markets, Schroders Plc.Im Interview spricht er über die Vor - und Nachteile von Anleihen aus Schwellenländern.

Handelsblatt:Die Schwellenländer haben sich lange besser als die etablierten Märkte entwickelt. Nun gab es zum Teil heftige Kursrückschläge. Ist dies das Ende der guten Performance oder ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg?

Allan Conway:Trotz der Einbrüche sind Emerging Markets mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von durchschnittlich 10,5 noch immer attraktiv bewertet; der Abschlag beträgt 30 Prozent auf die entwickelten Märkte. Die Schwellenbörsen legten in den letzten sechs Jahren um 120 Prozent zu, die entwickelten Märkte weniger als 20 Prozent. Im Schnitt weisen sie noch ein um drei Prozent höheres Wachstum auf. Für dieses Jahr erwarten wir eine Rendite von 15 bis 20 Prozent und für 2006 zehn bis 15 Prozent.

Steigende Zinsen in den USA galten bisher als Gift für diese Anlageklasse. Im bisherigen Jahresverlauf hatte diese These keine Gültigkeit mehr.

Die Sparquoten in den Emerging Markets sind bereits sehr hoch. Die Unternehmen in diesen Ländern generieren auf Grund der strukturellen Verbesserungen Überschüsse, die sie weniger abhängig von globalen Zinstendenzen machen. Steigende Zinsen treffen daher eher die entwickelten Börsen.

Wo sehen Sie die größten Risiken für die Emerging Markets?

Eine Stagflation würde auch an den Schwellenländern nicht spurlos vorüberziehen. Doch dürften sich die Börsen vergleichsweise immer noch besser entwickeln.

Welche Region bietet die besten Chancen?

Asien ist mit Abstand die viel versprechendste Region, die wir mit sieben Prozent gegenüber dem Index übergewichten. Die Bewertungen sind äußerst attraktiv, und seit zehn Jahren ist Asien gegenüber Lateinamerika und Mittelosteuropa unterbewertet. In jüngster Zeit gab es dort wichtige strukturelle Verbesserungen.

Welcher Markt hat das größte Wachstumspotenzial?

Kurzfristig sind Korea, Malaysia und Indonesien stark unterbewertet. Mittel- und langfristig setzen wir auf China und Indien und werden daher in naher Zukunft einen BRIC-Fonds (Brasilien, Russland, Indien, China) auflegen.

Was sollte ein privater Anleger bedenken, wenn er sich in Emerging Markets engagieren will?

Er sollte auf Diversifikation und notwendiges Risikomanagement setzen und dabei Profis mit der nötigen Expertise vertrauen.

Wie sollten Anleger Schwellenländer im Portfolio gewichten?

In einem globalen Index beträgt der Anteil der Emerging Markets sechs Prozent. Ob ein Anleger diese Assetklasse in seinem Portfolio über- oder untergewichtet, hängt von seinem individuellen Risikoappetit ab. Es gibt keine generelle Empfehlung, die allen Anlegern gerecht werden würde.

Die Fragen stellte Regine Palm.

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