Nachgefragt: "Anleger sind mündiger, als viele glauben"

Nachgefragt
"Anleger sind mündiger, als viele glauben"

Fünf Fragen zum Thema Managed Futures als Strategie an Christian Baha, Gründer und Eigentümer von Quadriga Asset Management.

Wie ist die Strategie „Managed Futures“ im Anlagespektrum einzuordnen?

Managed Futures korrelieren mit keiner der bekannten Anlageformen. Diese Strategie hat einen breiten Anlagehorizont. Das Kapital kann in Aktien, Indizes und Anleihen, aber auch in Metalle, Fleischprodukte oder in Getreide investiert werden. Dabei wird auf steigende oder auf fallende Preise spekuliert.

Worin liegt der Reiz von Managed Futures?

Ganz klar: in der Performance. Gute Manager haben in der Vergangenheit mit dieser Strategie bereits überdurchschnittliche Renditen von über 30 % erwirtschaftet – und dies über Jahrzehnte hinweg. Die Vermögensverwalter müssen sich bei Managed Futures nicht auf die traditionellen Anlageformen beschränken. Für Investments in Indizes, Zinsen und Devisen gibt es kein besseres Instrument als Futures. Damit können selbst dann Gewinne erzielt werden, wenn die Kurse fallen.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Handelsstile?

Der Discretionary Trader handelt nach seinem Marktgefühl, und das kann ein entscheidender Fehler sein. In der Liebe ist es bestimmt richtig, sich von Gefühlen leiten zu lassen. An der Börse kann das aber in eine Sackgasse führen. Der Systematic Trader lässt sich dagegen nicht von Gefühlen leiten.

Wie sind automatische Trendfolgemodelle einzuschätzen?

Menschen wollen immer gerne Recht behalten. Vor allem dann, wenn sie falsch liegen. So verhalten sich im Prinzip auch Fondsmanager. Das kann eine Zeit lang gut gehen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das Schlimme daran ist, dass sich dadurch eine falsche Haltung verfestigt. Von Verlustpositionen sollte sich der Anleger frühzeitig trennen. Das schafft der Computer leichter als der Mensch. Computer werden bei Entscheidungen nicht von Emotionen blockiert.

Wird es nach der rechtlichen Neuordnung in Deutschland mehr Anbieter von Managed Futures geben?

Das Positive zuerst: Es ist gut, dass Hedge-Funds endlich auch in Deutschland als Anlageintrument legalisiert sind. Allerdings haben es die Interessenverbände der großen Banken ganz gut geschafft, ihre Interessen durchzusetzen – in wichtigen Punkten zu Lasten der Anleger. Denn die dürfen nur in Dachfonds investieren, obwohl deren Renditebilanz bislang äußerst dürftig ausfällt. Man sollte rechtlich nachbessern und Single-Hedge-Funds ebenfalls zulassen. Die Anleger sind mündiger, als viele Politiker und Banken-Lobbyisten uns glauben lassen wollen.

Die Fragen stellte Udo Rettberg.

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