Nachgefragt
"China ist ganz klar ein Muss"

Sieben Fragen zum Thema Schwellenländer an Klaus Martini, der das globale Privatkundengeschäft der Deutschen Bank leitet.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in Schwellenländer-Fonds einzusteigen?

Momentan ist ein Einstieg absolut sinnvoll. In den Emerging Markets ist Wachstum vorhanden. Und auf der Aktienseite haben wir keine Anzeichen von Blasenbildung.

In einigen Ländern sind die Aktienkurse aber stark gestiegen.

Gleichzeitig sind aber auch die Gewinne gestiegen und damit hat sich die Bewertung der Aktienmärkte vielfach verringert. Natürlich ist das Timing schwierig. Langfristig sollten Schwellenländer-Aktien aber ein normaler Bestandteil in jedem Portfolio sein.

Und was ist mit dem Risiko?

China ist ganz klar ein Muss. Riskant wäre es, hier nicht dabei zu sein. In den entwickelten Ländern erwarten wir auch weiterhin niedrige Erträge. Historisch gesehen sind nach einem Crash die Märkte immer zunächst seitwärts gelaufen. Zudem leiden wir unter Fehlallokationen, beispielsweise am Anleihenmarkt.

Fehlallokationen kann es auch in Schwellenländern geben.

Im Moment dürften sie sich in Grenzen halten. Wir sehen fundamentale Verbesserungen, deswegen sind die niedrigeren Risikoaufschläge gerechtfertigt. Letztlich muss für die Investitionsentscheidung auch die Story stimmen: Brasilien ist eine Rohstoffgeschichte, Indien steht für Infrastruktur.

Momentan werden Fonds stark beworben, die nur in Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) investieren. Sind solche Fonds der richtige Einstieg?

Die BRIC-Fonds sind momentan das sinnvollste Produkt für Privatanleger am Markt. Hinter den vier Ländern stehen unterschiedliche Treiber. Es kann aber auch lohnend sein, Stockpicking zu betreiben und nicht nur nach Ländern und Regionen auszuwählen, sondern die besten Unternehmen zu suchen.

Wie sollten Anleger Schwellenländer im Portfolio gewichten?

Ein ausgewogenes Portfolio hat bei uns einen Aktienanteil von rund 35 Prozent, davon ein Viertel Schwellenländer-Aktien. Allerdings enthält das Depot auch zu 7,5 Prozent Rohstoffe, vor allem in Form von Zertifikaten.

Was haben Rohstoffe mit den Schwellenländern zu tun?

Sehr viel. Die Rohstoffpreise steigen, weil die Nachfrage aus den Emerging Markets steigt. Umgekehrt gibt es in Ländern mit einseitiger wirtschaftlicher Ausrichtung starke Korrelationen zwischen den Aktienmärkten und einzelnen Rohstoffen.

Die Fragen stellte Daniel Zwick

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