Nachgefragt: Nick Moakes
"Das Auf und Ab der Kurse gehört dazu"

Acht Fragen zum Thema Tigerbörsen an Nick Moakes, Fondsmanager von Merrill Lynch Investment Managers in London.

Wie beurteilen Sie zurzeit die Lage an den asiatisch-pazifischen Märkten?

Die Finanzmärkte sind nach einer schwachen Periode im Frühjahr nun ruhig. Nach den großen Kursaufschlägen hatten die Investoren Gewinne mitgenommen.

Erwarten Sie nun wieder eine Erholung an den so genannten Tigerbörsen?

Die Volumina sind gegenwärtig sehr dünn. Und voraussichtlich werden die Märkte nun erst einmal eher gedrückt bleiben.

Gibt es dafür spezielle Gründe?

Dazu trägt die wachsende Sicherheit über die Zinsentwicklung in den USA bei. Hinzu kommt vor allem das Ausmaß der wirtschaftlichen Abschwächung in der Volksrepublik China.

Was könnte denn für eine Bodenbildung an den kleinen asiatischen Märkten sprechen?

Die grundlegenden Daten der Asien-Pazifik-Region sind nach wie vor sehr stabil mit einem starken Wachstum, reichlich Liquidität und attraktiven Bewertungen. Wir sind daher davon überzeugt, dass sich ein interessanter Einstiegszeitpunkt in diese Vermögensklasse abzeichnen könnte.

Aber hängen diese Märkte nicht auch stark von der Entwicklung in den westlichen Industrieländern ab?

Unsere Ansicht wird auch dadurch unterstützt, dass in vielen Ländern in Asien die inländische Nachfrage stark ist. Darin zeigt sich, dass diese Länder wirtschaftlich nicht mehr ganz so stark vom Exportwachstum abhängig sind. Langfristig sollte dies zu gesünderen, ausgeglicheneren Bedingungen für die Finanzmärkte führen.

In welchem der Länder sehen Sie die größten Chancen?

Malaysia und Thailand bieten bedeutende Gelegenheiten. Die steigende Kapazitätsauslastung und ein zunehmend gesundes Bankensystem fördern die Erholung und die Bildung eines neuen Kreditzyklus.

Welche Branche würden Sie bevorzugen?

Profitieren sollten von dieser Entwicklung der Banken- und der Immobiliensektor in Thailand und Malaysia, aber auch anderswo in der Region.

Was sollte ein privater Anleger beachten?

Auch wenn die Marktbedingungen mit der Zeit stabiler werden, bleiben asiatische Aktien eine stark zyklische und schwankungsanfällige Vermögensklasse. Sie werden weiterhin extrem anfällig bleiben für die Stärke des weltweiten Handels und die Kapitalflüsse in Abhängigkeit vom Risikoappetit.

Die Fragen stellte Regine Palm.

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