Nachgefragt: "Risiken sind geringer als bei Aktien"

Nachgefragt
"Risiken sind geringer als bei Aktien"

Sieben Fragen zum Thema Hedge Funds an Matthias G. Schellenberg, Head of Alternative Investments bei Pioneer Global Investments.

Welche Hedge-Funds-Strategie ist aktuell die interessanteste?

Vor dem Hintergrund der anziehenden Konjunktur und der verbesserten Produktivitätskennzahlen werden die beiden Strategien Long/Short-Equity und Merger Arbitrage im Verlaufe des Jahres stärker ins Blickfeld rücken.

Ist die Strategie Distressed Securities vor allem in Rezessionsphasen interessant?

Diese Strategie ist tatsächlich in Phasen des wirtschaftlichen Abschwungs zum Tiefpunkt einer Rezession besonders interessant. Gerade nach Zeiten der konjunkturellen Überhitzung, in denen Unternehmen leicht Kredite aufnehmen konnten, geraten viele Firmen in Schwierigkeiten, wenn die Bedingungen schwieriger werden und Mittelzuflüsse gestoppt bzw. nur zu erschwerten Bedingungen vergeben werden.

Ist die beste Zeit für Investments in Distressed Securities damit vorbei?

Nicht unbedingt; denn die Phase konjunktureller Erholung ist weiter von Unsicherheit geprägt. Für Unternehmen ist es nicht leicht, externe Finanzierungen zu erhalten. Hier können Hedge-Funds helfen.

Wo lagen die Durchschnittsrenditen in diesem Bereich während der vergangenen Jahre?

Distressed Securities war nach Emerging Markets im Jahr 2003 die erfolgreichste Strategie mit einem Plus von 27 %. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre ergab sich eine Verzinsung von 15%.

Mit welchem Risiko wurden diese Renditen erzielt?

Die Renditeschwankungen sind sehr gering und weisen nur sehr geringe Korrelationen zu den traditionellen Anlagemärkten auf. Die Volatilität als Risikomaß liegt bei 5,39% für die letzten 5 Jahre. Zum Vergleich: Das Risikomaß von Anleihen liegt zwischen 6 und 9% und von Aktien zwischen 16 und 22%.

Worauf ist bei Distressed Securities zu achten?

Distressed Manager sind eng vernetzt und müssen exzellente Kenntnisse der Industriezweige besitzen, denen die Zielunternehmen angehören. Sie müssen über ausgeprägtes Fachwissen in der Unternehmensanalyse und der rechtlichen Rahmenbedingungen verfügen. So eröffnen sie Unternehmen die Möglichkeit zum Restrukturierungsprozess und zur Rückkehr in den Wirtschaftskreislauf. Problemfirmen werden von Fonds und Investmentbanken nicht weiter analysiert, da Investments in solchen Unternehmen meist verboten sind.

In welche Richtung wird sich diese Strategie entwickeln?

Der Markt wird sich stärker in Europa und speziell in Deutschland etablieren. Die Anforderungen durch Basel II und die große Zahl mittelständischer Firmen bieten ein großes Betätigungsfeld.

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