Nachhaltige Anlagestrategie
Prima Klima

Die Klimakonferenz in Paris hat deutlich gemacht: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe geht zu Ende. Ein Überblick, wie Anleger von den Beschlüssen der Weltklimakonferenz in Paris profitieren können.

DüsseldorfEs ist vollbracht. Die Vertreter von 195 Ländern haben einen Klimavertrag geschlossen, auf den sie mächtig stolz sind. Die Teilnehmer waren in Paris gerührt von sich selbst. Auf der Abschlussveranstaltung flossen Tränen. Selbst dem französischen Präsidenten, Gastgeber der Veranstaltung, stand das Wasser in den Augen, als er sein Wort an die versammelten Nationen richtete.

Der Vertrag hat zwar unübersehbare Schwächen. So beginnt die Vertragslaufzeit erst in fünf Jahren. Etliche Passagen, die den Verbrauch von Öl und Kohle stark einschränken sollten, wurden im letzten Augenblick noch entschärft. Konkrete Ziel-Formulierungen, wie etwa Decarbonisierung oder Nullemissionen wurden von Indien und den Erdölstaaten verhindert.

Größtes Manko: Es gibt weder eine neutrale Kontrollinstanz noch Sanktionsmöglichkeiten für den Fall, dass Länder ihre Zusagen, die sie laut Vertrag eingehen, nicht erfüllen. Es ist ein wachsweiches Dokument, gebaut allein auf der Einsicht, dass man irgendetwas tun muss. Damit nicht ganze Staaten im Meer versinken. Damit die Menschen in Peking nicht auf offener Straße ersticken.

Doch die Tatsache, dass in New York überhaupt ein gemeinsamer Vertrag unterschrieben werden wird, ist ein wichtiges politisches Signal. Die Botschaft: Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe geht zu Ende.

Und es hat weitreichende Folgen für die Wirtschaft. Pensionsfonds, institutionelle Anleger, Family Offices – grundsätzlich alle Investoren, die mit langfristiger Perspektive große Vermögen verwalten und vermehren wollen – werden deshalb allmählich ihre Anlageentscheidungen anpassen.

Den Anfang hat bereits einer der größten Vermögensverwalter weltweit gemacht: Die Allianz hat angekündigt, ihre Investitionen in kohlebasierte Geschäftsmodelle kontinuierlich zurückzufahren. Die Entscheidung betrifft sowohl Aktien als auch Anleihen solcher Unternehmen. „Die Entscheidung war nur ein erster Schritt. Die Allianz hat angekündigt, noch im ersten Halbjahr 2016 weitere Konsequenzen für den Investmentprozess bekanntzugeben“, sagt Marc Pietzonka von der KSW Vermögensverwaltung in Nürnberg.

Andere Investoren werden folgen – vermutlich mit größerer Verzögerung. Doch es wäre aus Anlegersicht ein Fehler, diesen langfristigen Trend zu ignorieren. „Man sollte nicht auf kurzfristige Kursreaktionen an der Börse hoffen. Es wird schließlich darauf ankommen, welche Konsequenzen die jeweiligen Regierungen ziehen und welche Initiativen sie starten“, sagt Pietzonka.

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