Nebenwerte auf Rekordniveau
MDax könnte Dax auch weiterhin überflügeln

Ein Ende der Rekordjagd des MDax ist nach Einschätzung von Börsianern auch nach der Kursrally der vergangenen Monate nicht in Sicht. Der Index der mittelgroßen Werte werde sich auch in den kommenden Jahren besser entwickeln als der deutsche Leitindex Dax.

HB FRANKFURT. „Die überdurchschnittliche Kursentwicklung des MDax basiert auf dem im Verhältnis zum Dax höheren Gewinnwachstum“, sagt Analyst Roland Gilbert von der BHF-Bank. Der MDax übersprang am Donnerstag erstmals die wichtige Marke von 8 700 Punkten und kletterte zeitweise auf ein Rekordhoch von 8 715,45 Zählern. Seit Jahresbeginn hat der MDax rund 20 Prozent und damit doppelt so stark zugelegt wie der Dax. „Das Plus der MDax-Unternehmen liegt im Schnitt bei mehr als 20 Prozent, das der Standardwerte dagegen bei etwa zehn Prozent.“

Auch Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt geht davon aus, dass der MDax seinen Aufwärtstrend fortsetzen wird. „Der Aufschlag des MDax zum Dax beläuft sich derzeit auf 20 bis 25 Prozent. 30 Prozent wären durchaus gerechtfertigt, weil MDax-Unternehmen weniger konjunkturabhängig sind. Außerdem befinden sich viele mitten in der Phase internationaler Expansion. Dax-Unternehmen sind bereits global aufgestellt.“

Borghoff hält sogar einen Anstieg des MDax auf bis zu 9 000 Punkte im ersten Halbjahr 2006 für möglich. Er begründet dies unter anderem mit saisonalen Faktoren. „Viele Anleger sind zu Jahresbeginn risikofreudiger.“ Sie setzten verstärkt auf kleinere Werte, von denen sie sich größere Kursgewinne versprächen. Gegen Jahresende würden die Investoren vorsichtiger, weil eventuelle Kurseinbrüche dann nur schwer auszugleichen seien.

Die beiden Aktienexperten betonen allerdings, dass die MDax-Aktien im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr günstig bewertet seien. „Seit dem Jahr 2000 haben die Nebenwerte ihren Bewertungsabschlag im Vergleich zum Dax abgebaut“, sagt Nebenwerte-Spezialist Gilbert. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt im MDax bei durchschnittlich 19, im Dax dagegen nur bei 13.“

Zwischen 1988 und 2000 hatte sich der Dax jedes Jahr besser entwickelt als der MDax. Das Blatt wendete sich erst nach dem Platzen der Börsenblase zum Jahrtausendwechsel. Seitdem liegen die Nebenwerte vorn. Unter dem Strich hat der MDax in den vergangenen 18 Jahren rund 50 Prozent stärker zugelegt als der Dax. Beide Indizes waren 1988 waren mit einem Stand von 1 000 Punkten an den Start gegangen.

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