Nebenwerte haben die Standardtitel in den Schatten gestellt – Nun wird die Jagd nach hohen Renditen schwieriger
Erste Wahl aus der zweiten Reihe

Sie stehen häufig im Schatten großer Konzerne, an der Börse haben sie den Großen aber den Rang abgelaufen: Seit drei Jahren geben die Aktien von kleinen und mittelgroßen deutschen Unternehmen (Small- und Midcaps) an der Börse den Ton an.

DÜSSELDORF. Und auch im laufenden Jahr setzt sich die Entwicklung fort: Während der Deutsche Aktienindex (Dax), der die 30 größten heimischen Aktien umfasst, seit Jahresbeginn auf der Stelle tritt, haben der darunter angesiedelte MDax und der Kleinwerte-Index SDax ihren Wert um jeweils gut zehn Prozent gesteigert.

Anleger, die rechtzeitig in Werte aus der zweiten Reihe investiert haben, wurden in vielen Fällen mit beachtlichen Renditen belohnt. Kursgewinne von mehr als 1 000 Prozent wie beim Sportartikelhersteller Puma, dessen Aktie sich seit 2000 von rund zwölf auf mehr als 200 Euro verteuerte, sind zwar die Ausnahme. Daneben gibt es eine Reihe von Aktien, deren Wert sich in den vergangenen Jahren verdoppelt oder verdreifacht hat.

Dass die Titel aus der zweiten Reihe gerade in Baisse-Zeiten Stärke gezeigt haben, ist ökonomisch gut begründet. Viele kleinere und mittelgroße Unternehmen zeichnen sich durch kontinuierliches Gewinnwachstum, hohe Dividendenzahlungen und vor allem eine geringere Anfälligkeit für „externe Schocks“ wie politische Krisen bis hin zu Terroranschlägen aus.

Und auch das Verhalten der Investoren kommt in schwierigen Börsenzeiten kleineren Aktien zugute. „Globale Belastungsfaktoren wie aktuell der hohe Ölpreis lasten generell stärker auf den großen Werten in den führenden Indizes“, sagt Peter Worel, Leiter der Aktienanalyse der Bayerischen Landesbank. „Die Kleinen können sich den allgemeinen Trends an der Börse zwar nicht generell entziehen, hier spielt die fundamentale Situation des einzelnen Unternehmens aber eine wichtigere Rolle.“

Und die ist häufig ausgezeichnet. Anders als globale Großkonzerne, die sich auf Massenmärkten mit internationaler Konkurrenz messen müssen, sind viele Small- und Midcaps in Nischen tätig und kommen hier auf einen bedeutenden Marktanteil. Die Krones AG etwa ist Weltmarktführer für Getränkeabfüllmaschinen und profitiert von dieser Stellung. Im laufenden Jahr will das Unternehmen zum fünften Mal in Folge einen Rekordgewinn erzielen. Dem Aktienkurs, der seit Anfang 2000 bereits um 170 Prozent gestiegen ist, werde dies weiteren Schwung geben, meinen Analysten.

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