Nebenwerte
Konsumgüterbranche zeigt keine Schwäche

Unternehmen aus besonders konjunktursensiblen Branchen hatten es jüngst an der Börse nicht leicht. Im Gegensatz dazu mussten Anleger die ihr Geld in der Konsumgüterbranche investierten minimale Verluste verkraften.
  • 1

FrankfurtEs gebe keine Konstanten mehr an der Börse, sagen in diesen Tagen viele, die nicht mehr nachvollziehen können, was da an den Finanzmärkten gerade passiert. Überall gehen die Kurse auf Talfahrt. Gewöhnlich sind in solchen Phasen die kleinen und mittelgroßen Aktien stets weitaus stärker betroffen als die Schwergewichte. Aber auch an diese „Regel“ halten die Märkte sich in diesen turbulenten Tagen nicht. So hat der Dax seit Beginn des Kursrutschs Ende Juli knapp ein Viertel an Wert verloren, bei den 50 darunter angesiedelten Werten im MDax sind es 17 Prozent, im SDax knapp 18 Prozent und im eigentlich anfälligsten aller Indizes, dem TecDax, nur gut 15 Prozent.

Insofern haben sich die Besitzer kleiner und mittelgroßer Aktien diesmal rationaler verhalten als in früheren Krisen: In den vergangenen Tagen warfen sie die Papiere nicht gleich massenhaft aus den Depots. Präsentierten die Unternehmen allerdings schlechte Zahlen wie jüngst der Stahlhändler Klöckner & Co., dann trennen sich die Anteilseigner von den Aktien. Gleiches gilt, wenn das Geschäftsmodell ohnehin nicht besonders krisenresistent erschien– wie etwa beim Bezahlsender Sky Deutschland oder bei der Solar-Firma Q-Cells.

Auch Unternehmen aus besonders konjunktursensiblen Branchen haben es derzeit schwer. Konzerne wie Wacker Chemie oder der Autozulieferer Grammer verloren in den vergangenen zwölf Handelstagen zwischen 35 und 40 Prozent an Wert. Wer bei Investoren als zyklisches Unternehmen gilt und dann wie Grammer nur wenige große Konzerne als Abnehmer für seine Produkte hat, gerät in wirtschaftlich schwierigeren Phasen schnell unter Preisdruck.

Anleger, die dagegen auf Aktien aus der Konsumgüterbranche gesetzt haben, können entspannt sein. Hier zeichnen sich keine Anzeichen von Schwäche ab. Puma verkaufte in den vergangenen zwei Wochen nicht weniger Sportschuhe als in der Zeit davor. Und bei der Optikerkette Fielmann haben sich nicht weniger Kunden eine Brille anfertigen lassen. Deswegen verbuchten die Aktien beider Konzerne bislang auch nur minimale Verluste.

Überraschend ist auch, dass der Hochtechnologiesektor, der in früheren Krisenphasen stets besonders gelitten hat, diesmal außerordentlich stabil wirkt. Das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec beispielsweise hat erst gestern seine Umsatzprognose erneut erhöht. Und den Mobilfunkanbieter Freenet lobten die Analysten von Morgan Stanley sogar ausdrücklich für seine „exzellenten Resultate“.


Kommentare zu " Nebenwerte: Konsumgüterbranche zeigt keine Schwäche"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Konsumgüterbranche zeigt keine Schwäche" - wegen der Unsicherheit und Verunsicherung dürfte wohl ein "noch" in der Überschrift fehlen....Leider.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%